Coronavirus - COVID-19

 

Angepasste Teststrategie für Kinder unter 12 Jahren (Stand 2. Juli 2020)

Das BAG hat die COVID-19 Teststrategie für Kinder unter 12 Jahren modifiziert. 

Basis des Vorschlags ist, dass die geltenden Beprobungskriterien für Kinder bei gegenwärtig sehr geringen Fallzahlen nicht zielführend sind. Sie sind einerseits nicht repräsentativ für die Erfassung infizierter Kinder (häufige a- bzw. oligosymptomatische Infektionen, verminderte Zuverlässigkeit der Abstrichentnahme bei fehlender Kooperation) und anderseits in der Praxis schwierig umsetzbar.

Die neue Empfehlung lockert die Beprobung in der ambulanten Pädiatrie, hält aber klar fest, dass

symptomatische Kinder jeden Alters weiterhin zu Hause bleiben, bis sie mindestens 24 Stunden beschwerdefrei sind

die Testung im Rahmen des kantonsärztlichen Contact Tracing weiterhin durchgeführt werden muss

hospitalisierte Kinder nach den bisherigen Kriterien getestet werden

Ebenso wichtig ist, dass die Teststrategie in Abhängigkeit von der Epidemiologie der Neuerkrankungen jederzeit ändern kann.


Testkriterien (Stand 2. Juli 2020)

(Quelle: pädiatrie Schweiz Newsletter 2020/20 vom 18.06.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Erläuterungen zur angepassten Teststrategie für Kinder unter 12 Jahren

Auszüge aus den VZK-Kurzinformation des Kinderspitals Zürich vom 26. Juni 2020

(Mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung von Prof. Dr. med. Christoph Berger des Universitäts-Kinderspitals Zürich und des VKZ.)

 

Tipps für den Praxisalltag

zur Hilfe bei der Führung der Praxis während der aktuellen Krise (wir betonen, dass es sich hierbei um Tipps zur Umsetzung der offiziellen Empfehlungen handelt, da es derzeit keine absolute und beständige Wahrheit gibt):

Um das Ansteckungsrisiko in den Praxen zu minimieren, empfehlen wir die folgenden Massnahmen:
 

Vereinbarung von Terminen

  • Gesunde und akut kranke Kinder möglichst räumlich und zeitlich trennen: entweder am Vormittag gesunde Kinder untersuchen und am Nachmittag kranke Patienten behandeln; oder zeitlich gestaffelte Konsultationen durchführen.
     
  • Zur Reduktion der Personenzahl in der Praxis soll nur das Kind mit Termin mit einer Bezugsperson in die Praxis kommen – Geschwisterkinder und andere Angehörige sollen zu Hause bleiben.
  • Termine sollen exakt eingehalten werden, um die Anzahl Personen in der Praxis, bzw. im Wartezimmer zu vermindern.
  • Mehr zeitliche Puffer einbauen, damit sich möglichst nicht mehrere Personen gleichzeitig im Wartezimmer aufhalten müssen.
  • Reguläre Vorsorgetermine und Impfungen in einem Zeitfenster für gesunde Patienten durchführen.
  • Ab Montag, 27. April 2020 dürfen unter der Einhaltung der Hygienevorschriften wieder alle Untersuchungen durchgeführt werden. 
  • Schulreihenuntersuchungen verschieben, um eine hohe Anzahl von Personen zur gleichen Zeit in der Praxis zu vermeiden. Schuluntersuche können jedoch pro Kind einzeln terminiert werden.


In der Praxis

  • Wenn Bezugspersonen Atemwegsinfektionen oder Fieber aufweisen, sollen sie der Praxis fernbleiben.
     
  • Das gesamte Praxisteam soll jederzeit chirurgische Masken tragen.
     
  • Jede/r soll sich bei Betreten und Verlassen der Praxis die Hände gründlich waschen oder desinfizieren.
     
  • Alle Spielzeuge und Bücher sollen aus der Praxis entfernt werden; Bezugspersonen können eigenes Spielzeug, bzw. Bücher mitbringen, um ihr Kind zu beschäftigen. (Mögliche Ausnahme: „Hartes“ Spielzeug wie z. B. Duplo, welches in der Abwaschmaschine gereinigt/sterilisiert werden kann.)
     
  • Patienten ab ca. 6 Jahren mit Atemwegserkrankungen sollen einen Mundschutz tragen (falls ausreichend vorhanden).
     
  • Nach jedem Patienten Kontaktflächen desinfizieren.
     
  • Bezüglich Testung verweisen wir auf die Empfehlungen der kantonalen Gesundheitsdirektionen und die Informationen des BAG für Gesundheitsfachpersonen oder den SGP Newsletter 2020/14 vom 24. April 2020.
     
  • Empfehlungen nach Kontakt mit einem bestätigten COVD-19 Fall: Wir verweisen auf die Empfehlungen des BAG «Umgang mit Kontaktpersonen» und von Swissnoso «Management bei ungeschütztem Kontakt mit COVID-19-Fällen».

     

Schutzkonzept zum Betrieb von Arztpraxen

Ab Montag, 27. April 2020 dürfen wieder alle Kinder und Jugendlichen unter Einhaltung von strengen Hygiene- und Schutzkonzepten in der Praxis behandelt werden.

In Zusammenarbeit mit FMH, SGAIM, mfe und SGP haben wir ein Schutzkonzept zum Betrieb von Arztpraxen entwickelt. Auch wenn viele Punkte bereits umgesetzt worden sein mögen und einiges nur für die Erwachsenenmedizin gilt, empfehlen wir euch die genaue Durchsicht dieses Leitfadens.

Beispiel eines Schutzkonzeptes für kinderärztliche Praxen

(Wir danken Dr. med. Pierino Avoledo aus Basel dafür, dass er das obige Schutzkonzept seiner Praxis als Beispiel allen KIS Mitgliedern zur Verfügung stellt.)

 

Antworten auf häufige Fragen von Kinderärztinnen und -ärzten
von A wie Abrechnungen bis Triage (neueste Informationen zuoberst)

Abrechnungen


Wer übernimmt die Kosten für COVID-19 Abstriche in der Praxis?
Die Kosten für die ärztlich verordnete Testung von symptomatischen Personen gehen zulasten der Grundversicherung (OKP), abzüglich Franchise und Selbstbehalt.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Abrechnung medizinischer Leistungen
Die FMH hat als Berufsverband der in der Schweiz tätigen Ärztinnen und Ärzten Mitte März 2020 zwei Anträge an den Bundesrat gestellt, die tarifarischen Limitationen (pro Sitzung und Zeitraum) von telefonischen Konsultationen aufzuheben sowie die Limitationen für Leistungen in Abwesenheit während der «ausserordentliche Lage» anzupassen. Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat am 6. April 2020 ein Faktenblatt «Kostenübernahme für ambulante Leistungen auf räumliche Distanz während der COVID19-Pandemie» publiziert. Das BAG möchte damit eine schweizweit einheitliche Praxis betreffend die telefonischen Konsultationen erwirken und hat dazu Empfehlungen formuliert, welche auf den Zeitraum der Geltungsdauer der Verordnung 2 vom 13. März 2020 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus beschränkt sind. Der FMH ist es gelungen, dass das BAG auf einen Teil der Anträge eingetreten ist und Anpassungen vorgenommen hat.

Aktualisierte Informationen FMH

(Quelle: SGP Newsletter 2020/12 vom 08.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Konsultationen per Telefon, Email und Video-Konferenz 
In der aktuellen Lage sollen die Patientinnen und Patienten möglichst nicht in die Praxen kommen. Trotzdem müssen wir eine adäquate Versorgung sicherstellen. Das führt einerseits zu mehr Hausbesuchen, andererseits zu viel mehr Beratungen am Telefon, per Email oder via Videokonferenz. Die medizinische Sorgfaltspflicht gilt weiterhin uneingeschränkt, insbesondere auch im Kontakt über elektronische Medien.

Die FMH hat nach Rücksprache mit mfe und anderen Verbänden das BAG bereits darauf aufmerksam gemacht, dass sich die veränderten Praxisbedingungen auch in den Rechnungsstatistiken zeigen werden. Zudem haben wir gefordert, die Limitationen auf den Leistungen in Abwesenheit und für den Austausch am Telefon, per Email oder via Bildschirm vorübergehend auszusetzen, damit der Aufwand weiterhin korrekt abgerechnet werden kann. Die Antwort des Bundesrates steht zurzeit noch aus. 

Tarmed gilt somit unverändert und soll korrekt angewendet werden:
Konsultation 00.0010 ff: Die Konsultation ist eine ärztliche Leistung, der Patient muss dafür in die Praxis kommen. 
Hausarztzuschlag 00.0015: Der Hausarztzuschlag darf einzig und allein in Kombination mit "Konsultation erste 5 Minuten (00.0010)" abgerechnet werden, und zwar nur von AIM, KJM und PA und nur einmal pro Tag, nur wenn gleichzeitig keine Spezialistenleistungen (alle nicht auf LG-3 aufgeführten Leistungen) abgerechnet werden. 
Telefonische Konsultation durch den Facharzt (00.0110 ff): Auch das ist eine ärztliche Leistung, im direkten Austausch mit der / dem Patientin / Patienten (Ausnahme: darf auch angewendet werden im Austausch mit Angehörigen von Kindern und nicht gesprächsfähigen Patientinnen und Patienten). Die Limitation liegt bei 20 Minuten (30 Minuten für Kinder unter 6 und Erwachsene über 75 Jahren sowie Patientinnen und Patienten mit besonderen Bedürfnissen). Die telefonische Konsultation kann mehrmals pro Tag abgerechnet werden.  

Der Austausch per Mail oder Videokonferenz ist im Tarmed nicht geregelt. Er kann analog zur telefonischen Konsultation abgerechnet werden. 

Einen guten Überblick rund um Fragen der telemedizinischen Konsultation in der aktuellen Situation gibt das Faktenblatt «Telemedizin während COVID-19-Pandemie» der FMH. Es informiert Ärztinnen und Ärzte über die Möglichkeiten der sicheren telemedizinischen Konsultation im Kontext der COVID-19-Pandemie und umfasst insbesondere die rechtlichen Grundlagen der telemedizinischen Konsultation, die tarifarische Abgeltung sowie eine Risikobewertung der gängigen Informations- und Kommunikationstechnologien.

(Quelle: mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz Newsletter vom 30. März 2020 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

COVID-19 und Kinder

Keine Risikogruppen bis 18 Jahre für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe

Zu den neuen Lockerungsmassnahmen, die der Bundesrat am 6. Juni 2020 verfügt hat, gehört die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe. In diesem Zusammenhang hält das BAG auf Empfehlung von pädiatrie schweiz (SGP) und PIGS neu fest, dass es bis zum Alter von 18 Jahren in Bezug auf COVID-19 keine gesundheitlich besonders gefährdeten Personengruppen gibt. Grundsätzlich dürfen aus medizinischer Sicht alle Schülerinnen und Schüler den Präsenzunterricht besuchen. In Einzelfällen von besonders schwer kranken Jugendlichen obliegt die spezifische Beurteilung dem behandelnden Arzt.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/19 vom 08.06.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)


Update: COVID-19 und Pediatric Multisystem Inflammatory Syndrome bei Kindern und Jugendlichen

Am 30.04.2020 haben wir über ein neuartiges akutes inflammatorisches Syndrom in Zusammenhang mit der Pandemie berichtet. Seither ist eine erste Fallserie in Lancet erschienen. In den Medien wird von über 100 Fällen in New York und über 30 Fällen in London berichtet, mehrere davon mit letalem Ausgang. Der Entität wurde der Name Pediatric Multisystem Inflammatory Syndrome gegeben und eine provisorische Falldefinition und klinische Charakterisierung wurden erstellt.

In der Schweiz wurden seit Beginn der Pandemie 10 Fälle registriert (keine Todesfälle), die dieser neuen Falldefinition entsprechen, und zwar grösstenteils in Kantonen mit hoher COVID-19 Inzidenz (GE, VD, TI). Nicht eingeschlossen sind Kinder mit klassischem Kawasaki Syndrom.

WICHTIG: Kinder und Jugendliche jeden Alters mit hohem Fieber über mehrere Tage UND hohen Entzündungszeichen (Leukozytose, hohes CRP) UND einer zusätzlichen Manifestation (Exanthem, Schleimhautentzündungen, gastrointestinale Beschwerden, Kreislaufinstabilität, etc.) sollen unverzüglich in eine Kinderklinik überwiesen werden.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/17 vom 12.05.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)


Weshalb werden Kinder so selten mit SARS-CoV-2 infiziert?
Alle Länder mit verfügbaren Fallzahlen zeigen das gleiche Bild: Bis ins Alter von ca. 15 Jahren sind Abstrich-positive Fälle mit weniger als 1% aller Betroffenen selten. Es gibt mehrere wissenschaftliche Erklärungsansätze. Dazu gehören eine geringere Expression des Rezeptors (Andockstelle) für SARS-CoV-2 an Atemwegszellen und das Fehlen einer überschiessenden Immunantwort.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)


Wie sicher ist, dass Kinder SARS-CoV-2 nicht weiterverbreiten?
Alle bisherigen Studien und Beobachtungen unterstützen die Annahme, dass Kinder bzw. Kinder in der Schule die Epidemie nicht unterhalten wird. Aktuelle Studiendaten gibt es beispielsweise aus Holland und Australien. In Schweden sind die Fallzahlen bei unter 20-Jährigen gleich wie in anderen Ländern, obwohl die Schulen nie geschlossen wurden. Das gilt besonders für die Primarstufe, deren Öffnung die SGP den Behörden als Erstmassnahme empfohlen hat.  Längeres Zuwarten oder die selektive Öffnung von studienbegleiteten «Pilotschulen» ist nicht zielführend, weil die Erkrankungszahlen so gering sind.
holländische Studie
australische Studie
schwedische Studie

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)


Neue Krankheitsmanifestationen von COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen ?
Seit Mitte April 2020 sind wenige Fälle bei Kindern bekannt geworden, die möglicherweise im Zusammenhang mit kürzlich stattgehabten Infektionen mit SARS-CoV-2 stehen. Typischerweise war der Erregernachweis mittels PCR im NPA negativ, aber im Serum waren Antikörper nachweisbar. Dazu gehört einerseits ein akutes inflammatorisches Syndrom mit Fieber, Multiorganbefall, Kreislaufinstabilität, häufig gastrointestinaler Beteiligung und stark erhöhtem CRP (ähnlich Toxic Shock Syndrom oder Kawasaki Syndrom). Andererseits gibt es einzelne Fallbeschreibungen über vaskulitische Extremitätenläsionen (sog. COVID toe), die an Frostbeulen (Pernio) erinnern, sowie generalisierte Exantheme unterschiedlicher Morphologie (varizellenartig, Erythema multiforme etc.). Es handelt sich bei all diesen Beschreibungen um mögliche Assoziationen mit COVID-19, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordern.
Beim klinischen Bild eines akutes inflammatorischen Syndroms ist die umgehende Zuweisung in eine Kinderklinik zur weitergehenden Abklärung und Behandlung dringlich.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)


Welche pädiatrischen Herzerkrankungen sind Risikofaktoren für schwere Verläufe von COVID-19?
Es gibt momentan keine gesicherten kardialen Risikofaktoren für schwere Verläufe im Kindesalter. Aus theoretischen Überlegungen und in Analogie zu anderen respiratorischen Infektionen sind möglicherweise folgende Herzfehler mit einem erhöhten Risiko assoziiert:

1. schwere Herzinsuffizienz
2. pulmonal-arterielle Hypertension
3. angeborenes Herzvitium mit Shunt-abhängiger Lungenzirkulation (z.B. BT-Shunt)
4. Nicht-korrigiertes zyanotisches Herzvitium (z.B. Fallot Tetralogie, Single-Ventricle nach Glenn-Anastomose oder mit SaO2<90%)

Bei diesen Kindern ist bei Auftreten von COVID-19 verdächtigen Symptomen die Erregerdiagnostik indiziert. Im positiven Fall wird die Rücksprache mit dem betreuenden Kinderkardiologieteam empfohlen. Selbstverständlich gelten, wie für alle Patienten, die üblichen Hygienerichtlinien. Die SGP unterstützt die Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/11 vom 03.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)


Wird es aufgrund der Isolation zu Hause zu vermehrter häuslicher Gewalt führen oder Gewalt an Kindern geben? Und was ist mit den Jugendlichen?
Wie aus den Erfahrungen der COVID-19 Pandemie in China zu entnehmen ist, kam es aufgrund des engen Lebens zu Hause, die Ängste um die Gesundheit, die Ungewissheit über die Dauer der Krise sowie der fehlenden sozialen Kontakte zu vermehrter häuslicher Gewalt. Eine mögliche Überforderung der Familien in dieser Krisensituation kann zu Problemen führen, insbesondere, wenn sie bereits konfliktbeladen waren. Die soziale Kontrolle der Schule und Schulsozialarbeiter entfällt weitgehend und könnte das Problem verstärken. Bisher wurde in der Schweiz noch kein vermehrter Anstieg bemerkt. Nicht vergessen dürfen wir die Jugendlichen, welche in einer bereits kritischen Lebensphase zusätzlich mit der sozialen Distanz und Isolation belastet werden. Pro Juventute startete daher am 30.03. eine entsprechende Kampagne.

Die Kinderärzte müssen weiterhin aufmerksam und hellhörig sein, um auch in Zeiten der COVID-19 Pandemie den Kinderschutz nicht zu vergessen. Lesen Sie dazu die Empfehlungen für die Kinderschutzarbeit der Fachgruppe Kinderschutz der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/11 vom 03.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

COVID-19 und chronische Lungenkrankheiten
Welche pädiatrischen Lungenerkrankungen sind Risikofaktoren für schwere Verläufe von COVID-19?
Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (SGPP) hat dazu Stellung genommen. Insbesondere hält sie fest, dass die Diagnose «kontrolliertes Asthma bronchiale» nicht als Risikoerkrankung zu betrachten ist. Die SGP unterstützt diese Stellungnahme.
Stellungnahme der SGPP

(Quelle: SGP Newsletter 2020/10 vom 31.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)


COVID-19 und Kinder (Update 31. März 2020)
Wie ist der aktuelle Wissensstand darüber, dass Kinder weniger von COVID-19 betroffen sind als Erwachsene?
Die Erkenntnisse aus Pathophysiologie und Epidemiologie sind weiterhin lückenhaft. Folgendes kann festgehalten werden
•    Kinder jeden Alters können infiziert werden, sie sind nicht resistent gegenüber SARS-CoV-2.
•    Fallserien bei hospitalisierten Kindern in China beschreiben, dass max. 3% schwere Verläufe zeigten (schwer = Bedarf an zusätzlichem O2); 13-28% der Infizierten waren asymptomatisch. Alle anderen wiesen eine milde respiratorische Infektion auf (obere Atemwege, milde Pneumonie).
•    Diese Studien bei Kindern betreffen hochselektionierte Kohorten. Der Anteil subklinisch infizierter Kinder in der Gesamtpopulation könnte sehr viel grösser sein.
•    Epidemiologische Modellrechnungen suggerieren, dass die Häufigkeit subklinischer Infektionen der Hauptgrund ist, weshalb Kinder scheinbar verschont sind.
•    Harte Fakten über Risikofaktoren für schwere Verläufe bei Kindern fehlen weiterhin.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/10 vom 31.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)


Hat die COVID-19 Pandemie einen Einfluss auf Kinder mit Diabetes mellitus Typ 1?
Wie Fallberichte von Notfallmedizinern aus dem Ausland verlauten lassen, führt diese aussergewöhnliche Krise vermehrt zu verspäteten Neudiagnosen von Kindern mit Typ 1 Diabetes und hochgradig dekompensierter Ketoazidose. Die verläuft unbehandelt letal. Es bleibt daher wichtig, weiterhin an eine Früherkennung des Diabetes bei Kindern zu denken und bei Bedarf abzuklären, um Leben zu retten und die Intensivstation nicht weiter zu belasten!

(Quelle: SGP Newsletter 2020/09 vom 27.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)


Welche Kinder sind überhaupt Risikopatienten, die auf COVID-19 getestet werden sollen?
Es gibt keine allgemeingültige Definition von pädiatrischen Risikogruppen. Kinder sind deutlich weniger gefährdet als
Erwachsene, unabhängig von ihrem Gesundheitszustand. Die Kinderklinik Genf hat in Anlehnung an die Definition für
Erwachsene des BAG ein internes Dokument verfasst, das die Testindikation bei häufigen chronischen Krankheiten bei
Kindern spezifiziert. Es kann als Richtschnur verwendet werden. Mit Genehmigung leiten wir es gerne an unsere Mitglieder
weiter, es ist nur in französischer Sprache verfügbar.

https://www.hug-ge.ch/sites/interhug/files/structures/saup_professionnels/Procedures_medicales/coronavirus/coronavirus_maladies_chroniques_ped.pdf

Stellungnahmen der pädiatrischen Spezialistengesellschaften leiten wir an Sie weiter, sobald solche verfügbar werden.

WICHTIG: Die Therapie der Grundkrankheit soll bei jedem chronisch kranken Kind konsequent weitergeführt werden,
um einen optimalen Gesundheitszustand sicher zu stellen.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/08 vom 25.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Die Familie einer Leukämiepatientin aus unserer Praxis ist an Atemwegssymptomen erkrankt. Müssen die
Familienmitglieder auf COVID-19 getestet werden?

Nein, das ist das nicht hilfreich. Die ganze Familie begibt sich für 10 Tage plus 48 h nach Abklingen der Symptome in
Selbst-Isolation bzw. in Selbst-Quarantäne (falls asymptomatisch). Auch die Selbstquarantäne dauert neu 10 Tage.
Eine Trennung der (noch) asymptomatischen Risikopatientin von ihrer Familie ist generell nicht empfohlen.

Sobald hingegen diese Risikopatientin selbst symptomatisch wird (nicht vorher!), soll sie auf COVID-19 getestet werden und
– falls positiv - gemeinsam mit den zuständigen Spezialisten über das weitere Vorgehen entschieden werden. Letztere verfügen auch über die neuesten Erkenntnisse in ihren Fachgebieten.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/08 vom 25.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)
 

Was wissen wir über COVID-19 bei Kindern in Italien?
Ende letzter Woche wurde über etwa 300 erkrankte Kinder in Italien berichtet. Todesfälle sind nicht bekannt geworden. Den Erfahrungsbericht von Dr. Fabian Schumacher, einem Kinderinfektiologen in Brescia finden Sie hier.

(Quelle:SGP Newsletter 2020/07 vom 23.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)
 

Muss ich ein Neugeborenes wirklich von seinen Eltern trennen?
Die bisher verfügbaren Daten zeigen, dass Neugeborene zwar von COVID-19 positiven Müttern infiziert werden können, aber nicht oder milde erkranken. Deshalb empfehlen die SGGG und die WHO keine Trennung. Das ist für gesunde Mutter/Kind Paare sinnvoll. Für kranke Früh- und Neugeborene, die auf einer Neonatologie hospitalisiert werden müssen, gibt es zusätzliche Herausforderungen. Es ist entscheidend wichtig, dass das knappe spezialisierte Personal nicht durch Ansteckungen dezimiert wird. Zudem sind IMC und neonatale Intensivstationen meist Grossraumeinheiten mit mehreren Patientenplätzen und sehr viel Personen- und Materialverkehr. Deshalb ist sind die strengen Vorgaben der Spitalhygieneteams vor Ort einzuhalten, auch wenn Trennungen für betroffene Familien einschneidende Massnahmen sind.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/06 vom 20.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Familie


Symptomfreie Kinder sollen ihre symptomfreien Grosseltern (über 65-jährig oder mit Risikofaktor) wieder kurz besuchen können. Unterstützt die SGP diese Empfehlung?
Ja. Die SGP unterstützt die Lockerung aus den genannten Gründen. Sie kann nachvollziehen, dass das BAG im Sinne einer Vorsichtsmassnahme nur kurze Kontakte, und zwar ohne die Eltern des Kindes, empfiehlt, erachtet aber die zeitliche Einschränkung als nicht bezifferbar. Sie unterstützt, dass regelmässige Kinderbetreuung durch gefährdete Personen ein erhöhtes, wenn gleich weiterhin kleines kumulatives Risiko darstellen und noch nicht zu empfehlen ist. Eltern, die das Kind bringen und holen, sollen symptomfrei sein und die Abstandsregel einhalten.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Fortbildungspflicht


Wird die Fortbildungspflicht 2020 angesicht der aktuellen Lage angepasst?
Die COVID-19-Krise verunmöglicht 2020 die Durchführung von vielen Kongressen, Fortbildungsveranstaltungen und Kursen. Die meisten Ärztinnen und Ärzte sind im laufenden Jahr nicht in der Lage ihrer Fortbildungspflicht vollständig nachzukommen – auch wenn für das Fortbildungsdiplom jeweils eine 3-jährige Fortbildungsperiode zur Verfügung steht. Die Geschäftsleitung des SIWF hat deshalb nach Konsultation aller Fachgesellschaften entschieden, die für das Jahr 2020 geforderten 50 Credits auf 25 Credits zu halbieren. Sollte sich die Situation bis Mitte Jahr nicht wesentlich verbessern, besteht die Option, in einem zweiten Schritt weitere Massnahmen zu ergreifen. Konkret erhalten alle BenutzerInnen der SIWF-Fortbildungsplattform für das Jahr 2020 automatisch einen Eintrag in ihrem individuellen Fortbildungsprotokoll («Gutschrift COVID-19») im Umfang von 25 Credits. Dieser Eintrag kann wie eine Veranstaltung individuell genutzt werden (z.B. als Kernfortbildung in einem bestimmten Fachgebiet).

(Quelle: SGP Newsletter 2020/11 vom 03.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Impfungen


Update von BAG und EKIF: Impftermine in der Praxis
Das Bundesamt für Gesundheit BAG und die Eidgenössische Kommission für Impffragen EKIF haben am 6. April 2020 die Indikationen für Impftermine weiter präzisiert: Im Besonderen wird festgehalten, dass Basis- und Auffrischimpfungen in jedem Alter, Impfungen in der Schwangerschaft, solche für Kontaktpersonen von Säuglingen unter 6 Monaten, die FSME Impfung sowie Impfungen für Personen mit Risikofaktoren gemäss Impfplan 2020 nicht aufgeschoben werden sollen.
Merkblatt BAG
Überblick über Neuigkeiten und Anpassungen von bestehenden Inhalten der BAG-Webseite "Informationen für Gesundheitsfachpersonen"

(Quelle: SGP Newsletter 2020/12 vom 08.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Kann die Pneumokokkenimpfung einen komplizierten oder schweren Verlauf einer COVID-19 verhindern? Welche Indikationen gelten für den Impfstoff Prevenar13®?
In der Schweiz wird aktuell ein erhöhter Bedarf für den Pneumokokken-Konjugatimpfstoff Prevenar13® im Rahmen der Pandemie mit SARS-CoV-2 beobachtet. Dies beruht möglicherweise auf falschen Informationen, dass die Pneumokokkenimpfung einen komplizierten oder schweren Verlauf einer COVID-19 verhindern könnte. Ein solcher Verlauf entwickelt sich nicht aufgrund von bakteriellen Sekundärinfektionen durch Pneumokokken, sondern im Rahmen der durch das Virus SARSCoV-2 verursachten pulmonalen und systemischen Entzündungsreaktionen. Diese Entwicklung kann durch eine Pneumokokkenimpfung NICHT verhindert werden. Die Indikation zur Pneumokokkenimpfung soll daher weiterhin gemäss den Empfehlungen im Schweizerischen Impfplan 2020 gestellt werden. Der Impfstoff Prevenar13® ist lieferbar, aber seine Verfügbarkeit ist begrenzt. Er muss in erster Linie für die Indikationen gemäss Schweizerischem Impfplan zur Verfügung stehen: Erstens für Kleinkinder zur Verhinderung der in dieser Altersgruppe häufigen und gefährlichen invasiven Pneumokokken-Erkrankungen (IPE), und in zweiter Linie für andere Patienten mit erhöhtem IPE-Risiko wegen chronischer Krankheiten.

Lesen Sie dazu die Information des BAG

Die WHO publiziert auf ihrer Internetseite hilfreiche Factsheets mit Antworten auf die Unsicherheiten der Bevölkerung und zur Entkräftigung von Falschinformationen.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/09 vom 27.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Konsultationen


Notfallkonsultationen
Weshalb sind die Notfallkonsultationen in der Pädiatrie seit Beginn der Pandemie paradoxerweise zurückgegangen?
Aus Spitälern und Praxen wird über auffallend wenige Notfallkonsultationen berichtet. Wir sehen mindestens 3 Gründe dafür:

Influenza und RSV sind weitgehend abgeklungen, die Saisons für Parainfluenza und Rotavirus, üblicherweise sehr aktiv im Frühjahr, verlaufen bisher mild.
Der  Kohortierungseffekt von Kindern in Gemeinschaftseinrichtungen fehlt weitgehend, führt zu weniger Virusinfektionen und temporär «gesünderen» Kindern.
Eltern üben Zurückhaltung bei der Beanspruchung von Notfallkonsultationen. Das kann gefährlich sein, besonders bei schweren Krankheiten mit schleichendem Beginn (s. diabetische Ketoazidose im Newsletter vom 27.03.2020)

Es ist deshalb wichtig, dass Kinderärztinnen und Kinderärzte ihren Patienten und Eltern klar kommunizieren, dass sie unverändert jederzeit für sie verfügbar sind.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/10 vom 31.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Am 16.03.2020 haben BAG/SGP/Infovac Empfehlungen über die Fortführung von Routinekonsultationen bei Kindern veröffentlicht. Zwischenzeitlich haben mehrere Kantone Praxisbesuche weiter eingeschränkt. Gilt die Empfehlung noch?
Ja. Die Empfehlung gilt weiterhin, siehe auch Infovac Newsletter vom 22.03.2020. Die SGP informiert Sie, falls die Behörden Änderungen anordnen.

(Quelle:SGP Newsletter 2020/07 vom 23.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Medikation


Das BAG hat am 16.03.2020 empfohlen, Ibuprofen bei COVID-19 nicht zu verwenden. WHO und EMA empfehlen am 18.03.2020 in ihren Stellungnahmen keine Einschränkung. Was gilt jetzt?
Es gibt keine neue klinisch relevante Evidenz, dass der Einsatz von Ibuprofen und anderen NSAR den Verlauf einer COVID-19 Infektion negativ beeinflussen könnte. Die SGP hat über das vergangene Wochenende mit Kinderspitälern und Kinderinfektiologen in der ganzen Schweiz Rücksprache genommen und empfiehlt zusammen wie diesen:
(1) Antipyretika wie immer grundsätzlich zurückhaltend zu verschreiben
(2) als erste Wahl Paracetamol einzusetzen
(3) bei Bedarf Ibuprofen nach den üblichen Kriterien uneingeschränkt einzusetzen (als Analgetikum bzw. anti-inflammatorische Substanz)
Die vorgängige Empfehlung vom 17.03.2020 ist nicht mehr gültig. 

(Quelle:SGP Newsletter 2020/07 vom 23.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Patientensicherheit


COVID-19 Krise: CIRRNET-Meldeplattform für alle geöffnet
Die Bewältigung  der COVID-19-Krise stellt alle Mitarbeitende und Institutionen im Gesundheitswesen vor gänzlich neue Herausforderungen. Der Stiftung Patientensicherheit ist es besonders wichtig, fachliche Informationen zur Patientensicherheit zu teilen, gemeinsam aus den Erfahrungen zu lernen und die Wiederholung von Fehlern zu vermeiden. Daher hat die Stiftung Patientensicherheit beschlossen, die Meldeplattform CIRRNET für alle zu öffnen.
Gesammelt werden Berichte zur Patientensicherheit, die sich im Rahmen des Managements und der Bewältigung der Covid-19-Krise neu ergeben oder verschärft haben: neu aufgetauchte Probleme, Organisations- oder Kommunikationsdefizite, Materialdefizite und -mängel, kritische Ereignisse ohne Patientenschädigungen und klinische Risiken.
Das Meldeportal soll jedoch nicht nur zur Sammlung von Defiziten und Problemen, sondern auch zur Erfassung von wertvollen Hinweisen und guten Tipps zur Bewältigung der Krise dienen.
Wir ermuntern Sie daher, die Plattform zu nutzen. Ziel ist es, eine Plattform zu schaffen, mit der auf nationaler Ebene möglichst viele Informationen zur Bewältigung der Krise gesammelt und an Fachkreise weitergeleitet werden können.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/12 vom 08.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Quarantäne


Eine Mitarbeiterin unserer Praxis wurde positiv auf COVID-19 getestet. Muss nun unsere Praxis für 10 Tage geschlossen werden?
Nein. Mitarbeitende im Gesundheitssystem arbeiten mit Maske weiter. Bei Auftreten von leichten Symptomen (ohne Fieber) Isolation zu Hause für mindestens 48 Stunden. Danach ist die Wiederaufnahme der Arbeit mit Maske möglich. Siehe weitere wichtige Details in den Empfehlungen von swissnoso. Bitte beachten Sie auch die Empfehlungen des BAG zum Umgang mit erkrankten Personen und Kontakten.

 

Schule


Ein Schulkind muss sich wegen einer erkrankten Lehrperson in Quarantäne begeben. Muss nun seine ganze Familie ebenfalls in Quarantäne?
Nein. Nur direkte Kontaktpersonen einer SARS-CoV-2 positiven Person gehen in Quarantäne.
Informationen BAG

(Quelle: SGP Newsletter 2020/17 vom 12.05.20  mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Braucht ein Kind in Isolation ein Arztzeugnis?
Nein. Grundsätzlich und nach Rücksprache mit dem BAG sind für Isolation und Quarantäne keine Arztzeugnisse auszustellen. Die Kompetenz liegt allerdings bei den Kantonen, die teilweise ein solches nach 5 Tagen Abwesenheit einfordern in Anlehnung an die Empfehlungen für die Arbeitswelt.
Informationen BAG

(Quelle: SGP Newsletter 2020/17 vom 12.05.20  mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Kinder mit Vorerkrankungen sollen die Schule ab dem 11. Mai besuchen

Aus verschiedenen Kantonen und Gemeinden wird gemeldet, dass Kinder mit Grundkrankheiten ab dem 11. Mai 2020 entgegen der Empfehlung des BAG nicht zum Präsenzunterricht zugelassen werden sollen. Entsprechend werden Kinderarztpraxen und Kinderspitäler mit Fragen verunsicherter Eltern überhäuft.

Die SGP hält deshalb mit Verweis auf den Newsletter vom 29. April 2020 noch einmal fest:

•    Es gibt keine gegenüber SARS-CoV-2 besonders gefährdete Kinder und Jugendliche.
•    Die von der SGP konsultierten pädiatrischen Spezialistengesellschaften und -fachgruppen unterstützen diese Aussage.
•    Die für Erwachsene geltenden Risikokategorien sind nicht anwendbar.
•    Alle Kinder und Jugendlichen, die vor COVID-19 die Schule besuchten, dürfen sie auch ab dem 11. Mail 2020 wieder
     besuchen.

•    Generell schwer infektionsgefährdete Kinder halten die für sie festgelegten Schutzmassnahmen konsequent ein, unabhängig
     von COVID-19.

Es ist wichtig, dass Kinderärztinnen und Kinderärzte, besonders solche, die schulärztliche Aufgaben wahrnehmen, sich aktiv dafür einsetzen, dass Kindern nicht unnötigerweise die Möglichkeit verwehrt bleibt, am Präsenzunterricht teilzunehmen.

FAQ BAG - Kinder und Schulen

(Quelle: SGP Newsletter 2020/16 vom 04.05.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Am 11. Mai werden die Schulen wieder geöffnet. Unterstützt die SGP diesen Entscheid?
Ja. Basierend auf den Fallzahlen in der Schweiz (6-20 Fälle pro Altersjahr bis ins Alter von 14 Jahren, total 0.6% aller Fälle, Stand 28.04.2020, www.corona-data.ch) und dem gegenwärtigen Stand des Wissens ist es der richtige Entscheid für Kindergarten, Primar- und Sekundarstufe. Kinder werden selten infiziert und infizierte Kinder sind selten Indexpersonen für die Weiterverbreitung des Virus.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)
 

Was rate ich Eltern, deren Kind eine Grundkrankheit hat?
Alle Kinder, die vor COVID-19 die Schule besucht haben, dürfen sie ab dem 11. Mai 2020 wieder besuchen. Die bekannten Risikofaktoren für Erwachsene gelten für Kinder nicht. Nach sorgfältiger Durchsicht aller Daten und nach Rücksprache mit verschiedenen pädiatrischen Spezialistengesellschaften gibt es keine Erkrankungen, die spezifisch für schwere Verläufe von COVID-19 prädisponieren. Einzelne Ausnahmefälle von generell schwerst infektionsgefährdeten kritisch-kranken Kindern gibt es. Die Basistherapie und die allgemeine Infektionsprophylaxe sind hier rigoros einzuhalten und bei Bedarf der Dialog mit dem zuständigen Fachspezialisten zu suchen.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)


Was rate ich Eltern, die selbst eine Vorerkrankung haben?
Die SGP empfiehlt, dass auch in dieser Situation Kinder wieder zur Schule geschickt werden, weil das Risiko sehr klein ist, dass Kinder das Virus aus der Schule nach Hause bringen und weiterverbreiten. Kinder werden selten infiziert und sind selten Indexpersonen für die Transmission von SARS-CoV-2 sind. Die allgemeinen Hygienemassnahmen zu Hause sind für gefährdete Erwachsene weiterhin wichtig.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Der Bundesrat hat beschlossen, dass die Schulen ab 11. Mai 2020 wieder geöffnet werden. Wie wird das konkret geregelt sein?
Die SGP und die Pädiatrische Infektiologie Gruppe der Schweiz (PIGS) gehören zu den Interessenverbänden, die dem BAG in der Festlegung der Strategie der Schulöffnung beratend zur Seite stehen.
Die SGP setzt sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche unter Einhaltung der notwendigen Schutzmassnahmen so rasch wie möglich und mit möglichst wenigen Restriktionen wieder vom Schulunterricht profitieren können. Die behördlichen Anordnungen sind im Verlauf der Woche vom 27.04.2020 zu erwarten.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/14 vom 24.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Telemedizin


Telemedizin während der COVID-19-Pandemie
Hausärztinnen und Hausärzte nehmen in der aktuellen Krise rund um das Coronavirus eine zentrale Rolle ein. Um sie optimal zu unterstützen, sind hilfreiche Tools nötig – und dies in Zeiten, wo noch keine evidenzbasierten Empfehlungen möglich sind. Gemeinsam mit der SGAIM, der FMH und medix haben wir eine Infografik dazu erstellt, wie Hausärztinnen und Hausärzte via Telefon/Video (= Telemedizin) COVID-19 Verdachtsfälle beurteilen können.
 
Diese basiert auf einer Infografik aus dem British Medical Journey und wurde auf Deutsch, Französisch und Italienisch übersetzt und an den hiesigen Kontext mit dem Einverständnis des BMJ angepasst.

Die Aussagen der Infografik stammen von Daten aus China. Aufgrund der sich rasch ändernden Situation und der unsicheren Datenlage bitten wir Sie: Berücksichtigen Sie unbedingt die offiziellen Richtlinien und Informationen der nationalen und kantonalen Behörden.
 
(Quelle: mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz Newsletter vom 30. März 2020 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Fragen rund um die Telemedizin während der COVID-19 Pandemie
Das Faktenblatt der FMH informiert Ärztinnen und Ärzte über die Möglichkeiten der sicheren telemedizinischen Konsultation im Kontext der COVID-19-Pandemie. Dies umfasst insbesondere die rechtlichen Grundlagen der telemedizinischen Konsultation, die tarifarische Abgeltung sowie eine Risikobewertung der gängigen Informations- und Kommunikationstechnologien.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/09 vom 27.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Testen


Welche Kinder sind mit Beginn der Containment Phase zu testen?
Das Ziel ist, möglichst viele COVID-19 Fälle zu erfassen, um das Contact Tracing zu ermöglichen. Das gilt auch für Kinder.  Allen Kindern mit akuten Symptomen, die den Beprobungskriterien entsprechen, ist die Testung mittels PCR zu empfehlen. Bei negativem Testresultat dauert die Isolation bis 24 Stunden nach Abklingen der akuten Symptome, bei fehlender Testung minimal 10 Tage plus 48 Stunden nach Abklingen der Symptome.
Informationen BAG

(Quelle: SGP Newsletter 2020/17 vom 12.05.20  mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Neue BAG Verdachts-, Melde- und Beprobungskriterien: Wie soll in der Kinderarztpraxis, in der banale Atemwegsinfektionen sehr häufig vorkommen, vorgegangen werden?

Seit 22.04.2020 gelten gemäss BAG neue Kriterien, nach denen Verdachtsfälle mittels Nasenabstrich auf SARS-CoV-2 getestet werden sollen. Sie sind primär für Erwachsene formuliert.
 
In der nun anbrechenden Phase der Pandemie, in der es in der Schweiz darum geht, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 zu kontrollieren (z.B. < 100 Fälle pro Tag), ist es wichtig, möglichst viele Fälle zu finden, zu isolieren und eine Quarantäne für Kontaktpersonen anzuordnen. Deshalb sollen auch Kinder und Jugendliche vermehrt getestet werden. Die neuen klinischen Kriterien lauten:

  • Symptome einer akuten Atemwegserkrankung (z. B. Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit) mit oder ohne Fieber, Fiebergefühl oder Muskelschmerzen und/oder
  • Plötzlich auftretende Anosmie oder Ageusie (Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns)
  • Isolierte Rhinitis gehört gewollt nicht dazu.

Insbesondere sollen folgende Kinder mit Symptomen, welche den genannten Kriterien des BAG entsprechen, getestet werden:

  • Kinder, die eine Schule oder Betreuungseinrichtung besuchen
  • Kinder, deren Eltern/Haushaltmitglieder einen Risikofaktor für COVID-19 aufweisen
  • Kinder mit einer chronischen Krankheit
  • Kinder, die in einer stationären Institution leben
  • Kinder mit individueller, durch die Kinderärztin festgelegten Testindikation

WICHTIG

  •  Asymptomatische Personen sollen nicht getestet werden.
  •  Die Arzt-Meldung eines positiven Resultats an den Kantonsarzt ist bei ambulanten Patienten gegenwärtig nicht nötig (stationäre Institution, s. Text). Es ist aber möglich, dass diese Meldepflicht in einer kommenden Phase wieder notwendig wird.

Die Beprobung kann in der Praxis durch Praxispersonal (chirurgische Maske, Schutzbrille, Handschuhe, Überschürze) oder in einem nahegelegenen COVID-19 Testzentrum durchgeführt werden

(Quelle: SGP Newsletter 2020/14 vom 24. 04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

 

Triage
 

Muss ich strenger selektionieren, welche Patienten mit akuter Atemwegserkrankung ich zur Hospitalisation zuweise?
Nein! Selektionieren Sie so, wie Sie es üblicherweise praktizieren, damit die sichere Versorgung Ihrer Patienten garantiert ist. Im Einzelfall lässt sich COVID-19 klinisch nicht von anderen viralen Atemwegsinfektionen unterscheiden (s. z.B. Gong Y, Pediatrics, 2020) und Ko-Infektion mit anderen Erregern sind möglich. Die Influenzasaison ist zwar am Abklingen, aber RSV zirkuliert weiterhin, ebenso z.B. Parainfuenza oder hMPV als häufige Verursacher von hospitalisationsbedürftigen obstruktiven Bronchitiden/Bronchiolitiden.
Die Kinderspitäler der Schweiz verfügen gegenwärtig über genügend Ressourcen für alle Notfallhospitalisationen.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/06 vom 20.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.) 


Gibt es Empfehlungen bezüglich Triage der Patienten? Welche Patienten soll ich kommen lassen? Welche Patienten kann ich per Telefon beraten?
Es ist wichtig, dass trotz COVID-19 alle pädiatrischen Notfallpatienten korrekt triagiert werden, damit nicht «Kollateralmorbidität/-mortalität» entsteht. Die SGP empfiehlt, dass nach den üblichen Telefonkriterien, die in der jeweiligen Praxis zur Anwendung kommen, triagiert wird. Kinder mit respiratorischen Erkrankungen können sich rasch verschlechtern, ungeachtet des auslösenden Erregers. Es ist sicher zu stellen, dass die bedarfsgerechte persönliche Beurteilung von Notfallpatienten durch die Kinderärztin/den Kinderarzt weiterhin funktioniert.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/06 vom 20.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

 

 

Fragen und Antworten für Haus- und Kinderärztinnen und -ärzte
(inklusive Fragen rund um die Rolle als Unternehmer und Arbeitgeber)

Merkblatt von mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz vom 19. März 2020 (mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung)

 

Antworten auf häufige Fragen von Eltern


Wie wird COVID-19 übertragen?
Das neue Coronavirus wird über die Atemwege (Tröpfchen, Kontakt) übertragen und auch über den Darm ausgeschieden (Kontakt). Das Virus überlebt > 6 Stunden auf Oberflächen wie Plastik und Stahl. Kinder und Erwachsene scheiden das Virus über die Atemwege während ca. 1-2 Wochen aus, im Darm bis zu 4 Wochen. Es ist nicht bekannt, inwiefern der Nachweis von Virus RNA im Stuhl mit Kontagiosität korreliert. Kinder werden zu über 80% im häuslichen Umfeld infiziert werden, d.h. durch Erwachsene und Geschwister. Die Kinderpopulation ist gemäss aktuellem Wissensstand nicht für die rasante Ausbreitung von COVID-19 verantwortlich.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)
 


Welche Gefahr gilt für Kinder im Zusammenhang mit dem Coronavirus?
Kinder und Jugendliche jeden Alters erkranken an Fieber (häufig ca. 3 Tage), Husten und Pharyngitis. Milde Diarrhoe ist häufig. Schnupfen oder Wheezing sind eher selten. In schweren Fällen kann eine Pneumonie vorliegen, die spontan abklingt. Von 171 am 18.03.2020 detailliert beschriebenen Kinder mussten 3 (1.8%) mechanisch beatmet werden, es kam zu 1 Todesfall bei massiver Komorbidität (Sepsis bei Invagination). Insgesamt sind bisher 2 Todesfälle gemeldet worden. Aktualisierte detaillierte Zusammenfassungen finden sich u.a. im Steckbrief COVID-19 des Inselspitals Bern.
 

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 


Welche Gefahr geht von den Kindern aus?
Kinder scheiden etwa gleich viel Virus für gleich lange Zeit über die Atemwege und über den Darm aus wie Erwachsene. Kleinkinder sind wegen Verhalten und Inkontinenz potentiell kontagiöser als Erwachsene, infolge ihres geringen Bewegungsradius entsprechend weniger. Unter dem Strich dürften alle Infizierten ungeachtet ihres Alters für die Umgebung etwa «gleich gefährlich»  sein.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.) 

 

Ist es problematisch, sich mit dem Kind auf einem Spielplatz/in einem Skaterpark aufzuhalten?
Die Verordnungen des BAG und der Kantone sind einzuhalten. Spielen in Kleingruppen mit ≤ 5 Kindern ist erlaubt (Stand 19.03.2020). Begleitpersonen müssen unter sich Abstand halten. Für gesunde Kinder ohne chronische Krankheit geht davon keine besondere Gefahr aus. Das gleiche gilt für gesunde Begleitpersonen. Kinder mit einer chronischen Krankheit sollen – wie es für Erwachsene gilt – zum Selbstschutz davon abgehalten werden. 

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)



Ist es aus medizinischer Sicht sinnvoll, dass die Spielplätze (im Gegensatz zu Deutschland) noch offen sind?

Es gelten die behördlichen Verordnungen, insbesondere die diesbezüglichen Präzisierungen von Daniel Koch, Leiter übertragbare Krankheiten, BAG, in der SRF Rundschau vom 18.03.2002 (die Spielplätze bleiben offen). Es nicht davon auszugehen, dass eine weitere Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf Spielplätzen die Kontrolle von COVID-19 in der Schweiz verbessert.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)


 
Ist es problematisch, wenn das eigene Kind andere Kinder nach Hause zu einem Geburtstagsfest einlädt?
Geburtstagsessen sind gemäss BAG weiterhin erlaubt, sollten aber auf ein Minimum an Teilnehmern beschränkt werden (z.B. nur beste Freundin/bester Freund des Kindes, maximal total 5 Personen am Event). 

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)



Dürfen Kinder ihre Grosseltern besuchen?
Nein. Keinen Spielraum gibt es für Grosseltern, die zu einer der Risikogruppen gehören (Alter über 65 Jahre oder chronische Krankheit der Atemwege, Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes mellitus, Immunsuppression, Krebs). In Italien sterben fast nur alte Menschen an COVID-19. Die Schweiz hat praktisch die gleiche Altersdemographie wie Italien, es besteht die gleiche Gefahr. Die Grosseltern sind unter allen Umständen zu schützen.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

 

Kinderkrippen: Welchen meiner Patienten soll ich abraten, weiterhin die Kita zu besuchen?
Gestützt auf die Empfehlungen des Bundes empfiehlt der Verein Kinderbetreuung Schweiz, solange vom Kanton nicht anders verordnet, Kindertagesstätten, Tagesfamilienbetreuung und private schulergänzende Tagesstrukturen grundsätzlich nicht zu schliessen. Der Verein informiert auf seiner Internetseite zum Umgang mit dem Coronavirus in Betreuungsinstitutionen.
 
Für die Ärzteschaft gilt es tagtäglich und individuell zu entscheiden, welchen Kindern vom Besuch der Kita abgeraten werden soll. Dabei sind die neuesten Erkenntnisse einzubeziehen. Die SGP kann gegenwärtig keine allgemeingültigen Empfehlungen abgeben, aber folgende Anhaltspunkte für die Entscheidungsfindung:

Kinder mit einer schweren Grundkrankheit sind bei akuten Infektionen jeglicher Art besonders gefährdet. Das gilt auch für COVID-19, obwohl bisher kaum schwere Verläufe gemeldet wurden. Dazu gehören Kinder

  •  mit schwerer Immundefizienz bzw. Immunsuppression
  •  mit Chemotherapie für eine maligne Neoplasie
  •  mit chronischer schwerer Lungenerkrankung (z.B. Heim-O2 Bedarf; frühere Hospitalisation wegen infektgetriggerter Exazerbation)
  • schweres Herzvitium (z.B. zyanotische Vitien, pulmonal-arterielle Hypertension).
  • u.a.

 Die SGP empfiehlt, bei Unsicherheiten den Rat des jeweiligen mitbetreuenden Spezialisten einzuholen und eine gemeinsame Empfehlung abzugeben.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Kinderkrippen: Bei welchen Erkrankungen von Eltern und Geschwistern soll ich vom Kita Besuch abraten?
Gemäss BAG sollen Personen > 65 Jahre und solche mit arterieller Hypertension, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen, Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen oder Krebs besonders geschützt werden. Der Schutz kann optimiert werden, wenn ihre Haushaltmitglieder nicht erkranken. Sie sollen zu Hause sein, was in der Regel ermöglicht, dass sie ihr Kind zu Hause betreuen und nicht in die Kita schicken.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

 

Studien/Stellungnahmen

Inselspital Bern Kinderklinik: Steckbrief COVID-19 - Clinical characteristics in children and adolescents (3. Juni 2020)
Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB): "COVID-19 Pediatric Update" (Literaturzusammenstellung, wird fortlaufend aktualisiert)
Kinder und Jugendliche in der COVID-19 Pandemie: Eine Stellungnahme der deutschen pädiatrischen Gesellschaften (21. Mai 2020)
Epidemiology of COVID-19 Among Children in China, Pediatrics (June 2020)
COVID-19 less severe in children than adults: study", American Academy of Pediatrics (16. März 2020)

Neues Forschungs- und Überwachungsprojekt zu COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen (12. Mai 2020)
Die Swiss Paediatric Surveillance Unit (SPSU) startet Mitte Mai eine neue Studie zum Thema SARS-CoV-2 Infektionen unter der Leitung von PD Dr. med. Nicole Ritz (Universitätskinderspital Basel) und Dr. med. Dr. phil. Petra Zimmermann (Kantonsspital Freiburg).  Die Studie wird systematisch Daten von Kindern mit COVID-19 sammeln, welche ambulant oder stationär in den 29 Zentren der SPSU betreut werden. Epidemiologie, Krankheitsspektrum, Risikofaktoren und Komplikationen, wie auch das inflammatorische Syndrom, werden darin erfasst. Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie hat zu diesem Zweck einen Sonderbeitrag an die SPSU gesprochen, zusätzlich zum ordentlichen Jahresbeitrag.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/17 vom 12.05.20  mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)