Coronavirus - COVID-19

 

COVID – die Haltung von Kinderärzte Schweiz/pädiatrie schweiz zum Tragen von Masken bei Kindern und Jugendlichen

                              

 

COVID – die Haltung von pädiatrie schweiz/Kinderärzte Schweiz zum Tragen von Masken bei Kindern und Jugendlichen

Im Rahmen der zweiten Welle steigen auch die Fallzahlen bei Kindern und vor allem bei Jugendlichen rasch an. Jugendliche sind gleich häufig Überträger wie Erwachsene. In mehreren Kantonen wurde deshalb die Maskenpflicht in der Schule ab der Sekundarstufe bzw. ab dem Alter von 11*-12 Jahren verfügt. Wir nehmen zu häufigen Fragen zum Maskentragen aus kinderärztlicher Sicht Stellung:

Ist Maskenpflicht ab 12 Jahren sinnvoll?
Ja. Ab 12* Jahren nehmen die Fallzahlen rasch und kontinuierlich zu. Wir empfehlen deshalb die Maskentragpflicht ab diesem Alter in allen öffentliche Räumen, sofern die Abstandsregeln nicht zuverlässig eingehalten werden können. Dazu gehören das Schulgelände und der öffentliche Verkehr.
*11 Jahre in Kantonen mit Sekundarschule ab 11 Jahren (z. B. Tessin)

Sollte die Maskenpflicht generell auf über 6-Jährige ausgedehnt werden?
Nein. Wir unterstützen die generelle Maskentragpflicht für 6-12-Jährige gegenwärtig nicht, weil die Fallzahlen in diesem Altersbereich deutlich tiefer sind und das zuverlässige Tragen über mehrere Stunden schwieriger ist. Diese Empfehlung deckt sich mit der Stellungnahme des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) der EU.
Es gibt aber keine medizinische Kontraindikation. Wir empfehlen deshalb, die lokalen Behörden zu unterstützen, wenn sie Maskenpflicht für diesen Altersbereich verfügen. Das oberste Ziel ist, Schulschliessungen zu vermeiden.

Welche wirklichen Gefahren kann das Tragen einer Maske beinhalten?
Atemphysiologisch ist das Tragen einer empfohlenen chirurgischen oder Stoffmaske unbedenklich (siehe Stellungnahme der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie) und im internationalen Konsens ab dem Alter von 2 Jahren sicher. Solche Masken verursachen weder Hypoxämie noch Hyperkapnie. Begründete Ausnahmen, die eine ärztlich verordnete Maskendispens rechtfertigen, sind selten (siehe unten).

Wann sollen Kinder im privaten Umfeld eine Maske tragen?
Bei Kindern ab 12 Jahren steigt das Risiko für Erkrankung und Übertragung des Virus auf andere Personen an. Entsprechend sollen besonders ältere Kinder und Jugendliche beim Kontakt mit besonders gefährdeten Personen die Abstandsregeln einhalten und Masken tragen.

Wann soll eine ärztliche Maskendispens ausgestellt werden?
Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist Maskentragen ab 12 Jahren, gegebenenfalls ab 6 Jahren, möglich und zumutbar. Medizinisch begründete Ausnahmen sind sehr selten und beschränken sich auf
• akute schwere Dyspnoe (z.B. Asthma-Anfall).
• schwere chronische Atemlimitation
(siehe Stellungnahme SGPP - Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie).
• schwere Störungen in Verhalten, Kognition oder Motorik, wenn sie das korrekte Tragen einer Maske
oder das selbständige Abnehmen einer dislozierten Maske verunmöglichen.
• Kontaktpersonen von hörbehinderten Menschen, sofern diese zum Sprachverständnis auf
Lippenlesen angewiesen sind.

Ab welchem Alter sollen Patienten in der Kinderarztpraxis eine Maske tragen?
Generell empfehlen wir die Maskenpflicht für alle über 12-jährigen* Patienten. Zudem ist es sinnvoll, die Maskenpflicht bei symptomatischen Kindern (Fieber, Husten) ab 6 Jahren zu etablieren (siehe auch Kinderärzte Schweiz "Tipps für den Praxisalltag").
Alternativ können Praxen die Maskenpflicht individuell ab 6 Jahren festgelegen, wenn z. B. gefährdete Mitarbeitende besonders zu schützen sind, oder wenn die kantonalen Behörden eine solche vorgeben.

Welche Arten von Masken sind für Kinder empfohlen?
Bezüglich der Materialqualität (chirurgische Maske oder industriell gefertigte Textilmaske) verweisen wir auf die Empfehlungen des BAG und der Nationalen wissenschaftlichen Task Force COVID-19. Über 12-Jährige verwenden die Maskengrösse für Erwachsene. Für unter 12-Jährige sind bei Bedarf Kindergrössen zu verwenden, damit sie korrekt sitzen.

Sollen Schüler mit Maske Sport treiben?
Es gibt in der Sportphysiologie nur spärlich Literatur zu dieser Frage. Die Studienresultate sind heterogen und beschränken sich auf gesunde junge Erwachsene. Körperliche Aktivität im leichten bis mittleren Intensitätsbereich ist durch das Tragen einer chirurgischen oder Stoffmaske nicht nennenswert eingeschränkt. Wir empfehlen deshalb, sportliche Aktivität bei Kinder und Jugendlichen im niedrigen Intensitätsbereich auch mit Maske zu fördern.



Wir danken der SGPP (Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie), SGKJPP (Schweizerische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie), ScolarMed CH (Schweizerische Vereinigung der Fachpersonen im schulärztlichen Dienst) sowie dem Schulärztlichen Dienst Kanton Zürich für ihre Mithilfe bei der Erarbeitung dieser Stellungnahme.

 

Zürich/Fribourg, 17. November 2020

 

 

Kinderärzte Schweiz
Badenerstrasse 21
8004 Zürich

Tel:        044-520 27 17
E-Mail:   info@kinderaerzteschweiz.ch
Web:      www.kinderaerzteschweiz.ch

 

pädiatrie schweiz
Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie
Rue de l’Hôpital 15
Postfach 516
1701 Freiburg
Tel:      026-350 33 44

E-Mail:   sekretariat@paediatrieschweiz.ch
Web:      www.paediatrieschweiz.ch

Gemeinsame Stellungnahme Kinderärzte Schweiz/pädiatrie schweiz vom 17. November 2020 (Download)

 

Neue Testkriterien und Ausschlusskriterien für Kinder unter 12 Jahren

Zusammen mit dem BAG haben pädiatrie Schweiz, PIGS und Kinderärzte Schweiz neue Testkriterien und Ausschlusskriterien für Schulen und Betreuungseinrichtungen erarbeitet. Es handelt sich um eine Basisempfehlung, in die sowohl die pädiatrische wie die Public Health-Perspektive einfliessen. Dabei wurden der aktuelle Wissensstand, der Vergleich mit anderen europäischen Ländern und die Einbettung in die COVID-19 Gesamtstrategie der Schweiz einbezogen.

Ziele der Empfehlung sind 
(1)    eine einfach umsetzbare Definition der Testindikationen,
(2)    die Vermeidung unnötiger Tests und Schulausschlüsse bei banalen Atemwegsinfektionen,
(3)    die adäquate Nutzung der Konsultations- und Testkapazitäten von Praxen, Notfallstationen und Testzentren,
(4)    die Sicherung eines epidemiologisch verwertbaren SARS-CoV-2 Monitoring.

Testalgorithmus für Schulen und Betreuungseinrichtungen

Die folgende Textversion für Schulen und Betreuungseinrichtungen hält zudem die folgenden wichtigen Eckpunkte fest: 

Textversion "Empfehlung zum Vorgehen bei symptomatischen Kindern unter 12 Jahren und anderen Personen, die Schulen und schul- und familienergänzende Betreuungseinrichtungen frequentieren sowie Testindikationen für Kinder unter 12 Jahren während der Covid-19-Epidemie"

(1)    die Testindikation wird ausschliesslich durch Ärztinnen und Ärzte zusammen mit Patient/Eltern oder durch kantonale Behörden gestellt,
(2)    als Probenmaterial für die SARS-CoV-2 PCR sind alternativ zum tiefen Nasopharyngealabstrich bei schwieriger Entnahmesituation auch der vordere Nasenabstrich (minimal 2.5 cm ab Naseneingang) oder der Rachenabstrich akzeptabel.

 

28. September 2020

 

COVID-19: Kindergesundheit und sicherer Schulbesuch

Stellungnahme pädiatrie schweiz (mitunterzeichnet von Kinderärzte Schweiz)

pädiatrie schweiz, die Fachorganisation für Kinder- und Jugendmedizin, nimmt Stellung zur Kindergesundheit und zum sicheren Schulbesuch während der COVID-19 Pandemie. Im Kontext der Schulöffnung sowie im besten Interesse des Kindes bezüglich seiner Gesundheit, seinem Wohlbefinden und Recht auf Bildung, hält pädiatrie schweiz folgende Punkte für zentral:

  • Die physische Anwesenheit in der Schule sowie die Teilnahme am Schulunterricht sind wichtig für die soziale und psychosoziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, sowie Chancengerechtigkeit bzgl. Bildung und Gesundheit.
  • Der Schulunterricht wie auch die ausserschulischen Betreuungen sollen so wenig wie möglich unterbrochen werden.
  • Eine sichere sowie lernfreundliche Umgebung tragen wesentlich zur Gesundheit der Kinder und Jugendlichen bei.
  • Die Erhaltung der Gesundheit, das Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen sowie der Lehrer und Betreuungspersonen ist essentiell.
  • Die COVID-19 Transmissionen müssen unter Kontrolle gehalten werden.
  • Protektive Massnahmen zur Verhinderung der Transmissionen müssen einerseits zielgerichtet sowie nachgewiesenermassen wirksam sein, anderseits auch altersgerecht pädagogisch vermittelt werden.
  • Vor der Einführung von Infektionskontrollmassnahmen bei Kindern müssen Risiken und Nutzen auf die gesamte Kindergesundheit abgewogen werden, dazu gehören neben körperlicher Gesundheit v.a. auch psychische Gesundheit, sowie kognitive, emotionale und soziale Entwicklung.
  • Das Gesundheitssystem darf nicht überlastet werden durch Überbeanspruchung aufgrund Verunsicherungen der Eltern, Lehrer, Ärzte oder Behörden, weshalb ein klares Vorgehen mit konsistenten Testkriterien und Erläuterungen zur Arztkonsultation sowie Schulbesuch respektive Schulausschluss notwendig ist.

Die Herausforderung aller wird die Gratwanderung zwischen einem sicheren Schulunterricht sowie der Kontrolle der Pandemie sein. Eine erneute generelle Schulschliessung sollte vermieden werden. Die Schulschliessung beeinträchtigte nicht nur die Bildungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen sondern auch ihr psychisches und körperliches Wohlbefinden. Insbesondere die am meisten vulnerablen Kinder und Jugendlichen (bspw. Personen mit vorbestehenden Erkrankungen und Behinderungen, Fremdsprachigkeit, sozioökonomisch schlechter gestellten Familien) wurden ungleich stärker betroffen durch die Schulschliessungen. Die verschiedenen Langzeiteffekte und Kollateralschäden einer Schulschliessung dürfen nicht unterschätzt werden. Nachweislich fördert ein guter Schulstart, vor allem auf Ebene Kindergarten und Primarschule, nicht nur eine gute Schulbildung und damit auch eine gute Berufsbildung, sondern schlussendlich auch eine einkommenssichernde Zukunft und eine gesunde Lebensführung. Die zusätzliche Belastung der Eltern durch eine erneute allgemeine Schulschliessung ist zu vermeiden.

Damit die Schulen weiter sicher geöffnet bleiben können, und sowohl die Gesundheit der Kinder, Jugendlichen, aber auch der Lehrpersonen und weiteren Betreuungspersonen gewährleistet werden kann, braucht es möglichst klare und schweizweit einheitliche Regelungen. pädiatrie schweiz ist mit wichtigen Partnern daran, entsprechende Pläne und Regelungen zu erarbeiten. Dabei muss stets die Dynamik der ganzen Situation beachtet werden; so müssen kontinuierlich Anpassungen basierend auf neuesten Erkenntnisse der Epidemiologie, Virologie und des Public Health durchgeführt werden.

Diese Stellungnahme wurde von pädiatrie schweiz (Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie SGP) erarbeitet und von Kinderärzte Schweiz (Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in der Praxis) und von scolarmed schweiz (Schweizerische Vereinigung der Fachpersonen im schulärztlichen Dienst) mitunterzeichnet.

 

16. September 2020

 

Angepasste Teststrategie für Kinder unter 12 Jahren (Stand 2. Juli 2020)

Das BAG hat die COVID-19 Teststrategie für Kinder unter 12 Jahren modifiziert. 

Basis des Vorschlags ist, dass die geltenden Beprobungskriterien für Kinder bei gegenwärtig sehr geringen Fallzahlen nicht zielführend sind. Sie sind einerseits nicht repräsentativ für die Erfassung infizierter Kinder (häufige a- bzw. oligosymptomatische Infektionen, verminderte Zuverlässigkeit der Abstrichentnahme bei fehlender Kooperation) und anderseits in der Praxis schwierig umsetzbar.

Die neue Empfehlung lockert die Beprobung in der ambulanten Pädiatrie, hält aber klar fest, dass

symptomatische Kinder jeden Alters weiterhin zu Hause bleiben, bis sie mindestens 24 Stunden beschwerdefrei sind

die Testung im Rahmen des kantonsärztlichen Contact Tracing weiterhin durchgeführt werden muss

hospitalisierte Kinder nach den bisherigen Kriterien getestet werden

Ebenso wichtig ist, dass die Teststrategie in Abhängigkeit von der Epidemiologie der Neuerkrankungen jederzeit ändern kann.


Testkriterien (Stand 2. Juli 2020)

(Quelle: pädiatrie Schweiz Newsletter 2020/20 vom 18.06.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Erläuterungen zur angepassten Teststrategie für Kinder unter 12 Jahren

Auszüge aus den VZK-Kurzinformation des Kinderspitals Zürich vom 26. Juni 2020

(Mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung von Prof. Dr. med. Christoph Berger des Universitäts-Kinderspitals Zürich und des VKZ.)

 

Tipps für den Praxisalltag

Tipps für den Praxisalltag zur Hilfe bei der Führung der Praxis während der aktuellen Krise (wir betonen, dass es sich hierbei um Tipps zur Umsetzung der offiziellen Empfehlungen handelt, da es derzeit keine absolute und beständige Wahrheit gibt):

Um das Ansteckungsrisiko in den Praxen zu minimieren, empfehlen wir die folgenden Massnahmen:
 

Vereinbarung von Terminen

  • Gesunde und akut kranke Kinder möglichst räumlich und zeitlich trennen: entweder am Vormittag gesunde Kinder untersuchen und am Nachmittag kranke Patienten behandeln; oder zeitlich gestaffelte Konsultationen durchführen.
     
  • Zur Reduktion der Personenzahl in der Praxis soll nur das Kind mit Termin mit einer Bezugsperson in die Praxis kommen – Geschwisterkinder und andere Angehörige sollen zu Hause bleiben.
  • Termine sollen exakt eingehalten werden, um die Anzahl Personen in der Praxis, bzw. im Wartezimmer zu vermindern.
  • Mehr zeitliche Puffer einbauen, damit sich möglichst nicht mehrere Personen gleichzeitig im Wartezimmer aufhalten müssen.
  • Reguläre Vorsorgetermine und Impfungen in einem Zeitfenster für gesunde Patienten durchführen.
  • Ab Montag, 27. April 2020 dürfen unter der Einhaltung der Hygienevorschriften wieder alle Untersuchungen durchgeführt werden. 
  • Schulreihenuntersuchungen verschieben, um eine hohe Anzahl von Personen zur gleichen Zeit in der Praxis zu vermeiden. Schuluntersuche können jedoch pro Kind einzeln terminiert werden.


In der Praxis

  • Wenn Bezugspersonen Atemwegsinfektionen oder Fieber aufweisen, sollen sie der Praxis fernbleiben.
     
  • Das gesamte Praxisteam soll jederzeit chirurgische Masken tragen.
     
  • Jede/r soll sich bei Betreten und Verlassen der Praxis die Hände gründlich waschen oder desinfizieren.
     
  • Alle Spielzeuge und Bücher sollen aus der Praxis entfernt werden; Bezugspersonen können eigenes Spielzeug, bzw. Bücher mitbringen, um ihr Kind zu beschäftigen. (Mögliche Ausnahme: „Hartes“ Spielzeug wie z. B. Duplo, welches in der Abwaschmaschine gereinigt/sterilisiert werden kann.)
     
  • Patienten ab ca. 6 Jahren mit Atemwegserkrankungen sollen einen Mundschutz tragen (falls ausreichend vorhanden).
     
  • Nach jedem Patienten Kontaktflächen desinfizieren.
     
  • Bezüglich Testung verweisen wir auf die Empfehlungen der kantonalen Gesundheitsdirektionen und die Informationen des BAG für Gesundheitsfachpersonen oder den SGP Newsletter 2020/14 vom 24. April 2020.
     
  • Empfehlungen nach Kontakt mit einem bestätigten COVD-19 Fall: Wir verweisen auf die Empfehlungen des BAG «Umgang mit Kontaktpersonen» und von Swissnoso «Management bei ungeschütztem Kontakt mit COVID-19-Fällen».

 

Schutzkonzept zum Betrieb von Arztpraxen

Ab Montag, 27. April 2020 dürfen wieder alle Kinder und Jugendlichen unter Einhaltung von strengen Hygiene- und Schutzkonzepten in der Praxis behandelt werden.

In Zusammenarbeit mit FMH, SGAIM, mfe und SGP haben wir ein Schutzkonzept zum Betrieb von Arztpraxen entwickelt. Auch wenn viele Punkte bereits umgesetzt worden sein mögen und einiges nur für die Erwachsenenmedizin gilt, empfehlen wir euch die genaue Durchsicht dieses Leitfadens.

Beispiel eines Schutzkonzeptes für kinderärztliche Praxen

(Wir danken Dr. med. Pierino Avoledo aus Basel dafür, dass er das obige Schutzkonzept seiner Praxis als Beispiel allen KIS Mitgliedern zur Verfügung stellt.)

 

Antworten auf häufige Fragen von Kinderärztinnen und -ärzten
von A wie Ansteckungsrisiko bis T wie Testen
(24. Juli 2020 bis 13. November 2020)

Wir danken Kinderärzte Zürich, der Vereinigung Zürcher Kinder- und Jugendärzte (VZK) und Prof. Dr. med. Christoph Berger vom Universitäts-Kinderspital Zürich dafür, dass wir praxisrelevante "brennende" Fragen und Antworten aus ihrer wöchentlichen Kurzinformation mit unseren Mitgliedern schweizweit teilen dürfen.
Bitte beachten Sie, dass die nachstehenden Antworten am Datum ihrer Beantwortung gültig sind und eventuell seither geändert haben. Diese Informationen sollen als Entscheidungshilfe und Diskussionsgrundlage gelten; sie sind nicht abschliessend. In konkreten Fällen bitten wir Sie, sich mit dem kantonsärztlichen Dienst Ihrer Region für verbindliche Entscheide in Verbindung zu setzen.

Ansteckungsrisiko

Ja das Risiko, dass sich der Säugling während des Fluges ansteckt ist klein (da tragen ja alle andern eine Maske). Das Kind hat ein signifikant tieferes Risiko angesteckt zu werden als Erwachsene und entwickelt, wenn es sich anstecken würde, höchstwahrscheinlich nur ganz milde Symptome. Somit ist das Risiko für die Grosseltern sehr klein ist für die Grosseltern. Ja unbedingt beruhigen, die Eltern testen, wenn sie Symptome haben sollte und den Säugling, wenn er als einziger Symptome hat.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 6. November 2020)

Grippe und Corona

Grippe/Grippeimpfung

Die Grippeimpfung für Kinder ist in erster Linie Kindern mit Grundkrankheiten empfohlen, für welche Influenza schwer oder mit Komplikationen verläuft, sowie Kindern, die mit einem Familienmitglied zusammenwohnen, welches eine solche Grundkrankheit hat. Im Weiteren kann die Grippeimpfung Kindern im oben beschriebenen Setting auf Anfrage angeboten werden, die Priorität ist aber nicht so hoch wie bei den vorher genannten Kindern.
(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 18. September 2020)

Die Grippeimpfung von BAG/EKIF wird weiterhin primär den Grippe-Risikopersonen (Alter >64 Jahre, Schwangere, Personen mit chronischen Krankheiten etc.) empfohlen. Die Grippeimpfung wird auch den engen Kontaktpersonen dieser Risikopersonen empfohlen. Wenn diese engen Kontaktpersonen Kinder im Alter >6 Monate sind, sollen auch sie geimpft werden. Für Kinder wird einer der beiden tetravalenten Impfstoffe Vaxigrip tetra® oder Fluarix tetra® (zugelassen ab 3 Jahren) empfohlen. Ein Kind vor dem 9. Geburtstag soll in ersten Winter, in dem es gegen Grippe geimpft wird, 2 Dosen im Abstand von 4 Wochen bekommen.

Das BAG hat dieses Jahr 50% mehr Grippeimpfstoff vorgesehen. Die zusätzlichen Dosen sind aber voraussichtlich erst im November oder Anfang Dezember erhältlich. Sie können gemäss BAG bei den Grossisten reserviert werden.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 4. September 2020)

Dieses Jahr genau wird genau wie in den vergangenen Jahren die Grippeimpfung von BAG/EKIF primär den Grippe-Risikopersonen (Alter >64J, Schwangere, Personen mit chronischen Krankheiten etc.) empfohlen.
Weiter wird die Impfung (wie bisher) auch den engen Kontaktpersonen dieser Risikopersonen empfohlen: dieser Punkt wird dieses Jahr betont und diese engen Kontaktpersonen schliessen Kinder ab dem Alter von 6 Monaten ausdrücklich mit ein! Das ist die ganze Message.

Das BAG hat 50% mehr Grippeimpfstoff vorgesehen für dieses Jahr im vgl. zum Vorjahr. Ein Teil dieser zusätzlichen Dosen steht aber jetzt noch nicht zur Verfügung und wird u.U. erst im November oder Dezember erhältlich sein (was auch noch reicht).

Bei Bedarf könnt Ihr versuchen, solchen zusätzlichen Impfstoff bei den Grossisten vorab zu reservieren. Als Impfstoff für Kinder empfehlen wir einen tetravalenten Impfstoff sei es Vaxigrip tetra oder Fluarix tetra. Im ersten Winter, in dem ein Kind < 8 Jahre geimpft, wird braucht es 2 Dosen im Abstand von 4 Wochen (Priming), in den folgenden Jahren dann nur noch eine.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 28. August 2020)

Hygiene

Die Lack-Oberfläche muss geschlossen sein (keine Sprünge/Risse) und das Fehlen von „Trauerrändern“ unter dem Nagelende muss sichtbar sein; d.h. aus strenger Hygienesicht: wenn es bei der Arbeit sein soll… dann kommt nur durchsichtiger, täglich frischer Nagellack in Frage.
(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 28. August 2020)

Isolation

Masken

Meldepflicht

Nein keine Meldepflicht, aber macht sie darauf aufmerksam und fordert sie auf sich zu melden: Die Einreise aus einem solchen Land ist innerhalb von 2 Tagen nach der Einreise dem Domizil-Kanton zu melden.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 21. August 2020)

Quarantäne

Diese Regel mit Quarantäne nicht ab einem aber bei 2 oder mehr Kindern gilt ausdrücklich für Kinder < 12 Jahre in der Schule. In der Familie gilt das nicht, weil da das Ansteckungsrisiko am höchsten ist. Privat und im familiären Rahmen gilt das nicht, weil engerer und unkontrollierter Kontakt und weil der Schulausfall als Verlust eines hohen Wertes gesehen wird. Aus meiner Sicht nein, gilt das nicht.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 13. November 2020)

Die Quarantäne muss ab Erhalt des Testresultats des Indexfalles eingehalten werden Die Familie muss nicht zu Hause bleiben aber, die Person, die sich testen lässt, bleibt zu Hause bis zum Erhält des Resultats. (die 10 Tage Quarantäne zählen dann ab dem letzten Kontakt mit dem Indexfall).

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 6. November 2020)

Hier gilt Quarantäne für 10 Tage ab Freitag. Kinder stecken sich viel seltener an und geben SARS-CoV-2 weniger weiter als Erwachsene, darum hätte das Kind keine Quarantäne, wenn nur ein anderes Krippenkind und nicht die erwachsene Bezugsperson positiv getestet worden wäre. Darum empfehlen wir (vgl. Kibesuisse), dass Betreuungspersonen in KITAs Masken tagen sollen ausser im dokumentierten Einzelkontakt, dann müsste nur dieses eine Kind in Quarantäne. Kinder in Quarantäne dürfen nach draussen gehen: sinnvollerweise zum Waldspaziergang eher als auf den Spielplatz! Es wäre schön, wenn die Quarantäne für Kleinkinder gelockert werden könnte, bis jetzt gilt jede Quarantäne für alle für 10 Tage.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 30. Oktober 2020)

Quarantäne/Arbeitsplatz

Für mich gibt es widersprüchliche Aussagen, die AGZ schreibt, keine Bewilligung der GD sei notwendig, swissnoso schreibt aber klar nach Rücksprache mit kantonaler Behörde.

Ja auch das ist wiederum genauso, wie Du schreibst. Die Quarantäne kann bei oben beschriebenen Vorgaben (Personalmangel oder wenn für die Aufrechterhaltung des Betriebs erforderlich) die Quarantäne abgekürzt werden. Im Kinderspital Zürich sagen wir, wenn asymptomatisch und am Tag5 negativ getestet ab dann wieder arbeiten.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 30. Oktober 2020)

Quarantäne/Isolation/Arbeitsplatz Praxis oder Spital

Eine bestätigte Person mit COVID-19 muss in Isolation gehen, auch wenn sie in einer Praxis / Spital arbeitet. Falls es in der Praxis/Spital ungeschützte Kontakte gab (< 1.5m; > 15min) müssen diese in Quarantäne, werden vom Contact Tracing kontaktiert und erhalten weitere Informationen. Wenn in der Praxis bzw. dem Spital konsequent Maske getragen wird, und wenn ohne Maske (z.B. Essen) wirklich 1.5 m Abstand eingehalten wird, dann ist kein Contact Tracing und keine Quarantäne nötig. Wird der Kontakt nur in definierten Gesprächen ohne Maske nicht eingehalten, müssen dort die Kontaktdaten vorliegen und es würde dann punktuell nur dort ein Contact Tracing /Quarantäne stattfinden. Ist ein/e Mitarbeitende/r der Praxis nach Kontakt (privat oder in der Praxis) mit einer bestätigten Person in Quarantäne kann diese im Kanton ZH bei Personalmangel wenn asymptomatisch nur für die Arbeit aufgehoben werden.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 12. Oktober 2020)

Quarantäne/Isolation

Grundsätzlich beginnt die Quarantäne ab dem letzten Kontakt mit der positiv getesteten Person. Hier soll aber auch Verhältnismässigkeit gelten. Wenn eine Familie die Isolation nach ihren besten Möglichkeiten macht und das nicht besser hat machen können, werden nicht zehn weitere Quarantänetage zusätzlich an die Isolationsdauer angehängt. Wie im Beispiel gilt für die Mutter (Index) und ihr unmittelbar betreuungspflichtiges Kind (Kontakt) Quarantäneende = Datum Isolationsende. Auch in diesem Fall aber müssen ganz klar alle die bestmögliche Distanz und Hygiene anwenden. Anders der Fall, da ein junges Pärchen, beide 28j, zusammenleben. Sie ist Indexfall, er ist Kontaktperson: Sie könnten sich separieren, machen es aber nicht - einfach, weil sie nicht wollen. Da gilt, dass er dann halt noch zehn Tage in Quarantäne gehen muss, nachdem ihre Isolation zu Ende ist.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 13. November 2020)

Quarantäne/Isolation/Heim

Antwort zu Frage a):
Die Quarantäne gilt ab dem letzten Kontakt mit der positiv getesteten Person! d.h. erstmals ab 22.10 und dann nochmals ab dem 30.10. für 10 Tage. Wenn die positiv getesteten Kinder nicht isoliert werden, besteht das Risiko, dass ein weiteres Kind Symptome bekommt, positiv getestet wird und dann geht die Quarantäne für alle noch nicht infizieren Kinder wieder 10 Tage usw. D.h. diese Kinder müssen isoliert werden, wenn das nicht so weitergehen soll.

Antwort zu Frage b):
Die positiv getesteten Kinder gehen für 10 Tage in Isolation. Die Isolation kann nach 10 Tagen aufgehoben werden, wenn das Kind 48h asymptomatisch ist. Danach muss das Kind bei Symptomen erst nach 3 Monaten wieder getestet werden.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 6. November 2020)

Quarantäne/Isolation/Schule

Danke für den Einsatz und guten Willen von Dir und dem Lehrling. Grundsätzlich sollte das Contact Tracing (CT) funktionieren: der Indexfall bekommt bei positiver Meldung ans CT eine SMS und auch eine Bestätigung für den Arbeitgeber, meldet seine engen Kontaktpersonen dem CT und auch diese erhalten eine Bestätigung für den Arbeitgeber. Allgemein gilt für Contact Tracing (CT): Sobald der Abstrich eines Verdachtsfalles auf SARS-CoV-2 positiv ausfällt ist die/der Ärztin / Arzt die erste Person, welche darüber den Patienten informiert. Dadurch fallen Euch wichtige Aufgaben zu. Informiert den Patienten bezüglich Durchführung der Isolation, händigt ihm falls notwendig das Testresultat in schriftlicher oder elektronischer Form aus (vor allem wenn Ihr einen AG-Schnelltest gemacht habt, wichtig für nachbehandelnde Ärzte) und betreut den Patienten weiter (wichtig Kontaktaufnahme am 5. Tag, der Zeitpunkt, wo häufig eine Verschlechterung auftritt). Fordert den Patienten auf, seine Umgebung zu benachrichtigen (enge Kontaktpersonen, die 48 Stunden vor Symptombeginn - oder wenn keine Symptome 48 Stunden vor Testabnahme - bis zur Isolation ohne Schutz Kontakt zum Indexfall hatten), damit diese sich in Quarantäne begeben. Weitere Informationen einschliesslich der Hotline-Nummer des CT finden die Patienten auf unserer Homepage unter www.zh.ch/contacttracing.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 6. November 2020)

In dieser Situation gilt die Isolation (pos. getesteter) und Quarantäne (Kontakte) gemäss BAG. Ja diese Kontaktpersonen sollen versuchen sich zuhause zu isolieren (siehe link), kein Sportunterricht während der Dauer der Quarantäne. (Die Regelung sagt Quarantäne für die Klasse inkl. Lehrer, wenn in nachobligatorischen Schulen Lehrer oder ein Schüler positiv, in der obligatorischen Schule erst wenn 2 Kinder pro Klasse positiv sind)

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 28. August 2020)

Quarantäne/Schule

Quarantäne/Testen

Eltern und Geschwister müssen nicht zu Hause aufs Testresultat warten, sondern können zur Arbeit und Schule gehen, ausser, jener Elternteil, der das Kind betreuen muss. Die Familie sollte sich aber vorsichtiger verhalten, also noch deutlicher Abstand halten und Kontakt zu Vulnerablen meiden.
(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 28. August 2020)

Risikogruppe

Nein, diese besonders gefährdeten Gruppen für COVID-19 gibt es bei Kindern nicht.

Kinder mit einer chronischen Krankheit können grundsätzlich die Schule besuchen, wie das im Rahmen ihrer Grundkrankheit von der Pandemie mit COVID-19 der Fall war. Sie sollen sich an die Therapieempfehlungen und Schutzmassnahmen für ihre Grundkrankheit halten Die Basistherapie und die allgemeine Infektionsprophylaxe sind rigoros einzuhalten, bei Ausnahmefällen und bei Bedarf ist der Dialog mit der zuständigen Fachspezialistin oder dem Fachspezialisten zu suchen.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 21. August 2020)

Schwangere gehören gemäss BAG neu zu den besonders gefährdeten Personen. Diese erfolgte auch auf den Expertenbrief der SGGG hin. In neueren Studien gab es gewisse Hinweise, dass ein kleine Minderheit von schwangere Frauen COVID-19 im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen des gleichen Alters ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben können. Gemäss Studien hatten die schwangeren Frauen mit schweren Krankheitsverläufe meist auch andere Risikofaktoren wie Übergewicht, höheres Alter und Vorerkrankungen. Die Auswirkungen des Virus auf Plazenta und Fetus sind nicht hinreichend bekannt, insbesondere bei Infektionen im 1. und 2. Trimester der Schwangerschaft. Neugeborene können Symptome der Krankheit zeigen, aber die Mehrzahl der Kinder, die kurz nach der Geburt positiv getestet wurden zeigt eine günstige Entwicklung auf. Es gibt viele offene Fragen. Die Einstufung als besonders gefährdet ist als Vorsichtsmassnahme zu werten.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 21. August 2020)

Schule/Hygiene

Ja, eine gründliche Reinigung mit den üblichen Reinigungsmitteln reicht aus, es ist wichtig, dass die die gereinigten Gegenstände und Flächen danach gut trocken sind.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 21. August 2020)

Testen

Im Winter mit COVID-19 Pandemie sollten wir uns wirklich an die vorgegebenen Regeln halten, die ja unser Zusammenleben ermöglichen sollen. Ja wir sollen darauf bestehen und es besteht eine klare Vorgabe der nationalen Gesundheitsbehörde für eine meldepflichtige Erkrankung. In letzter Konsequenz kann eine solche Vorgaben mit kantonsärztlicher Verfügung durchgesetzt werden, das ist die rein rechtliche Sicht, zu deren Durchsetzung es ja eigentlich nicht kommen sollte.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 13. November 2020)

Ja die Testung der Kinder wird gemäss den Testkriterien des BAG empfohlen, aber erst und nur wenn sie Symptome haben oder entwickeln. Könnte man bei kleineren Kindern auch Rachenabstriche durchführen, wenn man beim Nasopharyngealabstrich aus anatomischen Gründen nicht an die Rachenhinterwand kommt. Erste Wahl ist der tiefe, hintere Nasopharyngeal-Abstrich, der Rachenabstrich ist 2. Wahl Alternative.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 13. November 2020)

Gemäss Testkriterien für Kinder des BAG bleibt er zu Hause. Mit Fieber und Husten erfüllt er 2 Kriterien d.h. Testen und wenn Du davon ausgehst, dass die Symptome persistieren, dann ist der Test sowieso indiziert a) wegen der Ausbreitung von SARS-CoV2 und b) um ihn falls Test negativ und 24h symptomfrei wieder in die Krippe schicken zu können. Die klinische Präsentation ermöglicht es uns bisher nicht zwischen Parainfluenzaviren und SARS-CoV2 zu unterscheiden. Meine Beurteilung: 1x testen.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 6. November 2020)

Jene Familienmitglieder, die früher positiv getestet wurden und somit COVID-19 durchgemacht haben, müssen in den folgenden 3 Monaten nicht getestet werden und müssen nicht in Quarantäne. Sie dürfen wieder arbeiten bzw. zur Schule, wenn 24h symptomfrei.

Alle andern Familienmitglieder, die damals nicht getestet oder negativ getestet wurden, müssen jetzt in Quarantäne und bei Symptomatik getestet werden.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 30. Oktober 2020)

Enge Kontaktpersonen eines bestätigten Falles gehen in Quarantäne für 10 Tage. Sie sollen sich testen lassen, wenn sie symptomatisch werden. Wenn asymptomatisch, kann am Tag 5 ein Test durchgeführt werden (Idee: Abkürzung der Übertragungsketten, wenn positiv) aber auch wenn der Test negativ ist, bleibt die 10 tägige Quarantäne bestehen.

(Quelle: VZK Kurzinfo vom 11. September 2020)
 

Das ist eine offene Frage, die Dauer des Schutzes nach durchgemachter Infektion ist nicht klar. Als pragmatische Faustregel wurde auch schon vorgeschlagen, bestätigte Fälle in den kommenden 3 Monaten nicht zu testen, scheint mir so sinnvoll, ob das auch für länger gilt ist unklar, ob bei fast asymptomatischer Infektionen der Schutz noch kürzer ist ebenso, die Antikörper in letzten Fall sind oft nur transient nachweisbar

(Quelle: VZK Kurzinfo vom 11. September 2020)
 

Die zahlreichen durch Atemwegsinfektionen bedingten Konsultationen werden durch die Fragen, ob testen, und die Durchführung von Testabklärungen bezüglich SARS-CoV-2, klar zunehmen. Unsere Erfahrungen seit der Wiedereröffnung der Schulen in Schulen, Kitas und andern Betreuungseinrichtungen für Kinder wie auch immer bessere Daten aus der Literatur zeigen, dass mit Einhaltung den Schutzmassnahmen die Sekundärfälle durch Kinder in diesen Einrichtungen sehr gering sind und mit Contact Tracing begrenzt werden können. Mit diesen Vorgaben sollte es möglich und unser übergeordnetes Ziel sein, dahin zu arbeiten, dass die Schulen und Betreuungseinrichtungen im kommenden Winter offenbleiben können.
Nicht jedes Kind soll getestet werden, nicht jede Infektion wird erkannt werden, aber gewisse SARS-CoV-2 PCR Tests braucht es, um Ausbrüche zu verhindern bzw. auch mal einen zu erkennen. Nur so können Schulen und Krippen den ganzen Winter geöffnet bleiben und betrieben werden.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 4. September 2020)

Standard ist der Nasopharyngealabstrich, Speichel oder Rachenabstrich sind als zweite Wahl möglich, Bitte Technik/Anleitung beachten und zur Sammlung 50 ml tubes (leer) verwenden, da wird reingespuckt und danach 3ml Virustransportmedium draufgeleert.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 28. August 2020)

Ziel der Testkriterien des BAG für Kinder <12 Jahre ist, dass nicht jedes der mild betroffenen Kinder getestet werden muss, solch angepasste Kriterien gibt es für keine andere Altersgruppe in dieser Pandemie.

Kranke Kinder bleiben zuhause, die Kinderärztin oder Kinderarzt beurteilt, ob es einen Test

braucht und ob/wann das Kind wieder in die Schule gehen kann. Da ist pädiatrisches Feingefühl und Expertise gefragt. Genau das ist als Testzentrum schwieriger umzusetzen und nicht gut zu betreiben in einem Testzentrum für Erwachsene. Die Kinderkliniken machen mit bei der Testung, aber Ihr kennt Eure lokale Situation besser. Wir können gern “Testzentrum“ und wer da mitmacht besprechen, ebenso ob und wann und wie die Testkriterien angepasst werden sollten. Wir sehen einem strengen Winter entgegen.

Ziel für den kommenden Winter ist es einen Weg zu finden, mit dem Schulen, Kitas und anderen Betreuungseinrichtungen geöffnet bleiben können, keine oder nur kleine lokale Ausbrüche auftreten und keine Personen in diesem Setting schwer an COVID-19 oder anderem erkranken! Wir müssen und können nicht jeden COVID-19-Fall finden aber müssen versuchen so ein Setting abzustecken und dazu beitragen.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 28. August 2020)

Ab dem Alter von 12 Jahren gelten die gleichen Kriterien wie für Erwachsene. Bei ganz isoliertem Schnupfen wäre ich zurückhaltend, wenn dann aber ein anderes Symptom wie Husten oder Geschmacksverlust etc. dazukommt, ist die Testindikation klar gegeben.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 21. August 2020)

Es gibt verschiedene Tests, welche Antikörper gegen SARS-CoV-2 detektieren. Die Tests sind unterschiedlich, was sie messen und bezüglich Sensitivität und Spezifität. Das Labor für Medizinische Virologie der Universität Zürich hat eine breite Palette verschiedener Antikörper-Tests, die routinemässig durchgeführt werden. Solche Tests können in Spezialfragen helfen, die aber nach wie vor offene Hauptfrage ist, was ein Nachweis bedeutet: Kontakt mit dem Virus? durchgemachte Krankheit, aktueller oder

anhaltender Schutz? Da ist vieles noch unklar, deshalb Zurückhaltung.

Ja SSPH und Corona Immunitas machen eine Studie bei Zürcher Schulkindern. Diese Ciao Corona Schulstudie untersucht die Seroprävalenz bei bis zu 3000 Kindern sowie deren Lehrer in zufällig ausgewählten Schulen im Kanton Zürich. Die erste Untersuchung erfolgte vor den Sommerferien, wir sind gespannt auf die Resultate, die Kohorte wird longitudinal bis ins 2021 weiterverfolgt.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 24. Juli 2020)
 

Testen/Grippe/Grippeimpfung

Technisch ist eine gleichzeitige Testung von SARS-CoV-2 und Influenza möglich. Die Kosten gehen zu Lasten der Krankenkasse aber sind nicht Franchise-befreit. Die Empfehlung zur Influenzaimpfung bleibt gleich wie in den Vorjahren, d.h. Impfung der Risikopersonen und deren enge Kontakte inkl. Kinder. Selbstverständlich kann sich impfen, wer das wünscht, solange es Impfstoff hat.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 24. Juli 2020)
 

Testen/Isolation

Ja gemäss den Testkriterien für Kinder des BAG soll das Kind mit Fieber am Tag 5 nach Diagnose des Vaters getestet werden. Idealerweise geht die Mutter mit dem Kind zum Test (beide sind in Quarantäne).

Wenn das Kind negativ getestet wird, dauert die Quarantäne bis zum Tag 10 ab Diagnose beim Vater. Wenn das Kind positiv getestet wird, geht es ab Symptombeginn 10 Tage in Isolation. Ja der Vater kann nach 10 Tagen wieder arbeiten, wenn er 2 Tage symptomfrei ist.

(Quelle: VZK-Kurzinfo vom 30. Oktober 2020)

Nein nicht nochmals testen, die Ansteckungsgefahr ist hoch in den ersten 10 Tagen und dann solange noch Symptome vorhanden sind. Deshalb beträgt die Dauer der Isolation 10 Tage und zur Aufhebung muss die infizierte Person 48 h asymptomatisch sein. Der RNA Nachweis ist nur ein Faktor für die Transmission, ein solcher Approach ist nicht sinnvoll und generell nicht praktikabel.

(Quelle: VZK Kurzinfo vom 11. September 2020)
 

Nein, die Person, die sich testen lässt, geht in Quarantäne bis zum Erhalt des Testresultates, die engen Kontakte müssen nicht in Quarantäne, sie können z.B. arbeiten gehen.

(Quelle: VZK Kurzinfo vom 11. September 2020)

 

 

Antworten auf häufige Fragen von Kinderärztinnen und -ärzten
von A wie Abrechnungen bis T wie Triage (20. März 2020 bis 8. Juni 2020)

Wir danken pädiatrie schweiz/SGP und mfe-Haus- und Kinderärzte Schweiz dafür, dass wir praxisrelevante Fragen und Antworten mit unseren Mitgliedern teilen dürfen.
Bitte beachten Sie, dass die nachstehenden Antworten am Datum ihrer Beantwortung gültig sind und eventuell seither geändert haben. Diese Informationen sollen als Entscheidungshilfe und Diskussionsgrundlage gelten; sie sind nicht abschliessend. In konkreten Fällen bitten wir Sie, sich mit dem kantonsärztlichen Dienst Ihrer Region für verbindliche Entscheide in Verbindung zu setzen.
 

Abrechnungen

Die Kosten für die ärztlich verordnete Testung von symptomatischen Personen gehen zulasten der Grundversicherung (OKP), abzüglich Franchise und Selbstbehalt.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Abrechnung medizinischer Leistungen
Die FMH hat als Berufsverband der in der Schweiz tätigen Ärztinnen und Ärzten Mitte März 2020 zwei Anträge an den Bundesrat gestellt, die tarifarischen Limitationen (pro Sitzung und Zeitraum) von telefonischen Konsultationen aufzuheben sowie die Limitationen für Leistungen in Abwesenheit während der «ausserordentliche Lage» anzupassen. Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat am 6. April 2020 ein Faktenblatt «Kostenübernahme für ambulante Leistungen auf räumliche Distanz während der COVID19-Pandemie» publiziert. Das BAG möchte damit eine schweizweit einheitliche Praxis betreffend die telefonischen Konsultationen erwirken und hat dazu Empfehlungen formuliert, welche auf den Zeitraum der Geltungsdauer der Verordnung 2 vom 13. März 2020 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus beschränkt sind. Der FMH ist es gelungen, dass das BAG auf einen Teil der Anträge eingetreten ist und Anpassungen vorgenommen hat.

Aktualisierte Informationen FMH

(Quelle: SGP Newsletter 2020/12 vom 08.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

In der aktuellen Lage sollen die Patientinnen und Patienten möglichst nicht in die Praxen kommen. Trotzdem müssen wir eine adäquate Versorgung sicherstellen. Das führt einerseits zu mehr Hausbesuchen, andererseits zu viel mehr Beratungen am Telefon, per Email oder via Videokonferenz. Die medizinische Sorgfaltspflicht gilt weiterhin uneingeschränkt, insbesondere auch im Kontakt über elektronische Medien.

Die FMH hat nach Rücksprache mit mfe und anderen Verbänden das BAG bereits darauf aufmerksam gemacht, dass sich die veränderten Praxisbedingungen auch in den Rechnungsstatistiken zeigen werden. Zudem haben wir gefordert, die Limitationen auf den Leistungen in Abwesenheit und für den Austausch am Telefon, per Email oder via Bildschirm vorübergehend auszusetzen, damit der Aufwand weiterhin korrekt abgerechnet werden kann. Die Antwort des Bundesrates steht zurzeit noch aus. 

Tarmed gilt somit unverändert und soll korrekt angewendet werden:
Konsultation 00.0010 ff: Die Konsultation ist eine ärztliche Leistung, der Patient muss dafür in die Praxis kommen. 
Hausarztzuschlag 00.0015: Der Hausarztzuschlag darf einzig und allein in Kombination mit "Konsultation erste 5 Minuten (00.0010)" abgerechnet werden, und zwar nur von AIM, KJM und PA und nur einmal pro Tag, nur wenn gleichzeitig keine Spezialistenleistungen (alle nicht auf LG-3 aufgeführten Leistungen) abgerechnet werden. 
Telefonische Konsultation durch den Facharzt (00.0110 ff): Auch das ist eine ärztliche Leistung, im direkten Austausch mit der / dem Patientin / Patienten (Ausnahme: darf auch angewendet werden im Austausch mit Angehörigen von Kindern und nicht gesprächsfähigen Patientinnen und Patienten). Die Limitation liegt bei 20 Minuten (30 Minuten für Kinder unter 6 und Erwachsene über 75 Jahren sowie Patientinnen und Patienten mit besonderen Bedürfnissen). Die telefonische Konsultation kann mehrmals pro Tag abgerechnet werden.  

Der Austausch per Mail oder Videokonferenz ist im Tarmed nicht geregelt. Er kann analog zur telefonischen Konsultation abgerechnet werden. 

Einen guten Überblick rund um Fragen der telemedizinischen Konsultation in der aktuellen Situation gibt das Faktenblatt «Telemedizin während COVID-19-Pandemie» der FMH. Es informiert Ärztinnen und Ärzte über die Möglichkeiten der sicheren telemedizinischen Konsultation im Kontext der COVID-19-Pandemie und umfasst insbesondere die rechtlichen Grundlagen der telemedizinischen Konsultation, die tarifarische Abgeltung sowie eine Risikobewertung der gängigen Informations- und Kommunikationstechnologien.

(Quelle: mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz Newsletter vom 30. März 2020 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

COVID-19 und Kinder

Zu den neuen Lockerungsmassnahmen, die der Bundesrat am 6. Juni 2020 verfügt hat, gehört die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe. In diesem Zusammenhang hält das BAG auf Empfehlung von pädiatrie schweiz (SGP) und PIGS neu fest, dass es bis zum Alter von 18 Jahren in Bezug auf COVID-19 keine gesundheitlich besonders gefährdeten Personengruppen gibt. Grundsätzlich dürfen aus medizinischer Sicht alle Schülerinnen und Schüler den Präsenzunterricht besuchen. In Einzelfällen von besonders schwer kranken Jugendlichen obliegt die spezifische Beurteilung dem behandelnden Arzt.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/19 vom 08.06.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Am 30.04.2020 haben wir über ein neuartiges akutes inflammatorisches Syndrom in Zusammenhang mit der Pandemie berichtet. Seither ist eine erste Fallserie in Lancet erschienen. In den Medien wird von über 100 Fällen in New York und über 30 Fällen in London berichtet, mehrere davon mit letalem Ausgang. Der Entität wurde der Name Pediatric Multisystem Inflammatory Syndrome gegeben und eine provisorische Falldefinition und klinische Charakterisierung wurden erstellt.

In der Schweiz wurden seit Beginn der Pandemie 10 Fälle registriert (keine Todesfälle), die dieser neuen Falldefinition entsprechen, und zwar grösstenteils in Kantonen mit hoher COVID-19 Inzidenz (GE, VD, TI). Nicht eingeschlossen sind Kinder mit klassischem Kawasaki Syndrom.

WICHTIG: Kinder und Jugendliche jeden Alters mit hohem Fieber über mehrere Tage UND hohen Entzündungszeichen (Leukozytose, hohes CRP) UND einer zusätzlichen Manifestation (Exanthem, Schleimhautentzündungen, gastrointestinale Beschwerden, Kreislaufinstabilität, etc.) sollen unverzüglich in eine Kinderklinik überwiesen werden.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/17 vom 12.05.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Alle Länder mit verfügbaren Fallzahlen zeigen das gleiche Bild: Bis ins Alter von ca. 15 Jahren sind Abstrich-positive Fälle mit weniger als 1% aller Betroffenen selten. Es gibt mehrere wissenschaftliche Erklärungsansätze. Dazu gehören eine geringere Expression des Rezeptors (Andockstelle) für SARS-CoV-2 an Atemwegszellen und das Fehlen einer überschiessenden Immunantwort.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Alle bisherigen Studien und Beobachtungen unterstützen die Annahme, dass Kinder bzw. Kinder in der Schule die Epidemie nicht unterhalten wird. Aktuelle Studiendaten gibt es beispielsweise aus Holland und Australien. In Schweden sind die Fallzahlen bei unter 20-Jährigen gleich wie in anderen Ländern, obwohl die Schulen nie geschlossen wurden. Das gilt besonders für die Primarstufe, deren Öffnung die SGP den Behörden als Erstmassnahme empfohlen hat.  Längeres Zuwarten oder die selektive Öffnung von studienbegleiteten «Pilotschulen» ist nicht zielführend, weil die Erkrankungszahlen so gering sind.
holländische Studie
australische Studie
schwedische Studie

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Seit Mitte April 2020 sind wenige Fälle bei Kindern bekannt geworden, die möglicherweise im Zusammenhang mit kürzlich stattgehabten Infektionen mit SARS-CoV-2 stehen. Typischerweise war der Erregernachweis mittels PCR im NPA negativ, aber im Serum waren Antikörper nachweisbar. Dazu gehört einerseits ein akutes inflammatorisches Syndrom mit Fieber, Multiorganbefall, Kreislaufinstabilität, häufig gastrointestinaler Beteiligung und stark erhöhtem CRP (ähnlich Toxic Shock Syndrom oder Kawasaki Syndrom). Andererseits gibt es einzelne Fallbeschreibungen über vaskulitische Extremitätenläsionen (sog. COVID toe), die an Frostbeulen (Pernio) erinnern, sowie generalisierte Exantheme unterschiedlicher Morphologie (varizellenartig, Erythema multiforme etc.). Es handelt sich bei all diesen Beschreibungen um mögliche Assoziationen mit COVID-19, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordern.
Beim klinischen Bild eines akutes inflammatorischen Syndroms ist die umgehende Zuweisung in eine Kinderklinik zur weitergehenden Abklärung und Behandlung dringlich.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Es gibt momentan keine gesicherten kardialen Risikofaktoren für schwere Verläufe im Kindesalter. Aus theoretischen Überlegungen und in Analogie zu anderen respiratorischen Infektionen sind möglicherweise folgende Herzfehler mit einem erhöhten Risiko assoziiert:

1. schwere Herzinsuffizienz
2. pulmonal-arterielle Hypertension
3. angeborenes Herzvitium mit Shunt-abhängiger Lungenzirkulation (z.B. BT-Shunt)
4. Nicht-korrigiertes zyanotisches Herzvitium (z.B. Fallot Tetralogie, Single-Ventricle nach Glenn-Anastomose oder mit SaO2<90%)

Bei diesen Kindern ist bei Auftreten von COVID-19 verdächtigen Symptomen die Erregerdiagnostik indiziert. Im positiven Fall wird die Rücksprache mit dem betreuenden Kinderkardiologieteam empfohlen. Selbstverständlich gelten, wie für alle Patienten, die üblichen Hygienerichtlinien. Die SGP unterstützt die Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/11 vom 03.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Wie aus den Erfahrungen der COVID-19 Pandemie in China zu entnehmen ist, kam es aufgrund des engen Lebens zu Hause, die Ängste um die Gesundheit, die Ungewissheit über die Dauer der Krise sowie der fehlenden sozialen Kontakte zu vermehrter häuslicher Gewalt. Eine mögliche Überforderung der Familien in dieser Krisensituation kann zu Problemen führen, insbesondere, wenn sie bereits konfliktbeladen waren. Die soziale Kontrolle der Schule und Schulsozialarbeiter entfällt weitgehend und könnte das Problem verstärken. Bisher wurde in der Schweiz noch kein vermehrter Anstieg bemerkt. Nicht vergessen dürfen wir die Jugendlichen, welche in einer bereits kritischen Lebensphase zusätzlich mit der sozialen Distanz und Isolation belastet werden. Pro Juventute startete daher am 30.03. eine entsprechende Kampagne.

Die Kinderärzte müssen weiterhin aufmerksam und hellhörig sein, um auch in Zeiten der COVID-19 Pandemie den Kinderschutz nicht zu vergessen. Lesen Sie dazu die Empfehlungen für die Kinderschutzarbeit der Fachgruppe Kinderschutz der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/11 vom 03.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Welche pädiatrischen Lungenerkrankungen sind Risikofaktoren für schwere Verläufe von COVID-19?
Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (SGPP) hat dazu Stellung genommen. Insbesondere hält sie fest, dass die Diagnose «kontrolliertes Asthma bronchiale» nicht als Risikoerkrankung zu betrachten ist. Die SGP unterstützt diese Stellungnahme.
Stellungnahme der SGPP

(Quelle: SGP Newsletter 2020/10 vom 31.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Wie ist der aktuelle Wissensstand darüber, dass Kinder weniger von COVID-19 betroffen sind als Erwachsene?
Die Erkenntnisse aus Pathophysiologie und Epidemiologie sind weiterhin lückenhaft. Folgendes kann festgehalten werden
•    Kinder jeden Alters können infiziert werden, sie sind nicht resistent gegenüber SARS-CoV-2.
•    Fallserien bei hospitalisierten Kindern in China beschreiben, dass max. 3% schwere Verläufe zeigten (schwer = Bedarf an zusätzlichem O2); 13-28% der Infizierten waren asymptomatisch. Alle anderen wiesen eine milde respiratorische Infektion auf (obere Atemwege, milde Pneumonie).
•    Diese Studien bei Kindern betreffen hochselektionierte Kohorten. Der Anteil subklinisch infizierter Kinder in der Gesamtpopulation könnte sehr viel grösser sein.
•    Epidemiologische Modellrechnungen suggerieren, dass die Häufigkeit subklinischer Infektionen der Hauptgrund ist, weshalb Kinder scheinbar verschont sind.
•    Harte Fakten über Risikofaktoren für schwere Verläufe bei Kindern fehlen weiterhin.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/10 vom 31.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.

Wie Fallberichte von Notfallmedizinern aus dem Ausland verlauten lassen, führt diese aussergewöhnliche Krise vermehrt zu verspäteten Neudiagnosen von Kindern mit Typ 1 Diabetes und hochgradig dekompensierter Ketoazidose. Die verläuft unbehandelt letal. Es bleibt daher wichtig, weiterhin an eine Früherkennung des Diabetes bei Kindern zu denken und bei Bedarf abzuklären, um Leben zu retten und die Intensivstation nicht weiter zu belasten!

(Quelle: SGP Newsletter 2020/09 vom 27.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Es gibt keine allgemeingültige Definition von pädiatrischen Risikogruppen. Kinder sind deutlich weniger gefährdet als
Erwachsene, unabhängig von ihrem Gesundheitszustand. Die Kinderklinik Genf hat in Anlehnung an die Definition für
Erwachsene des BAG ein internes Dokument verfasst, das die Testindikation bei häufigen chronischen Krankheiten bei
Kindern spezifiziert. Es kann als Richtschnur verwendet werden. Mit Genehmigung leiten wir es gerne an unsere Mitglieder
weiter, es ist nur in französischer Sprache verfügbar.

https://www.hug-ge.ch/sites/interhug/files/structures/saup_professionnels/Procedures_medicales/coronavirus/coronavirus_maladies_chroniques_ped.pdf

Stellungnahmen der pädiatrischen Spezialistengesellschaften leiten wir an Sie weiter, sobald solche verfügbar werden.

WICHTIG: Die Therapie der Grundkrankheit soll bei jedem chronisch kranken Kind konsequent weitergeführt werden,
um einen optimalen Gesundheitszustand sicher zu stellen.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/08 vom 25.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Nein, das ist das nicht hilfreich. Die ganze Familie begibt sich für 10 Tage plus 48 h nach Abklingen der Symptome in
Selbst-Isolation bzw. in Selbst-Quarantäne (falls asymptomatisch). Auch die Selbstquarantäne dauert neu 10 Tage.
Eine Trennung der (noch) asymptomatischen Risikopatientin von ihrer Familie ist generell nicht empfohlen.

Sobald hingegen diese Risikopatientin selbst symptomatisch wird (nicht vorher!), soll sie auf COVID-19 getestet werden und
– falls positiv - gemeinsam mit den zuständigen Spezialisten über das weitere Vorgehen entschieden werden. Letztere verfügen auch über die neuesten Erkenntnisse in ihren Fachgebieten.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/08 vom 25.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Ende letzter Woche wurde über etwa 300 erkrankte Kinder in Italien berichtet. Todesfälle sind nicht bekannt geworden. Den Erfahrungsbericht von Dr. Fabian Schumacher, einem Kinderinfektiologen in Brescia finden Sie hier.

(Quelle:SGP Newsletter 2020/07 vom 23.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Die bisher verfügbaren Daten zeigen, dass Neugeborene zwar von COVID-19 positiven Müttern infiziert werden können, aber nicht oder milde erkranken. Deshalb empfehlen die SGGG und die WHO keine Trennung. Das ist für gesunde Mutter/Kind Paare sinnvoll. Für kranke Früh- und Neugeborene, die auf einer Neonatologie hospitalisiert werden müssen, gibt es zusätzliche Herausforderungen. Es ist entscheidend wichtig, dass das knappe spezialisierte Personal nicht durch Ansteckungen dezimiert wird. Zudem sind IMC und neonatale Intensivstationen meist Grossraumeinheiten mit mehreren Patientenplätzen und sehr viel Personen- und Materialverkehr. Deshalb ist sind die strengen Vorgaben der Spitalhygieneteams vor Ort einzuhalten, auch wenn Trennungen für betroffene Familien einschneidende Massnahmen sind.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/06 vom 20.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Familie

Ja. Die SGP unterstützt die Lockerung aus den genannten Gründen. Sie kann nachvollziehen, dass das BAG im Sinne einer Vorsichtsmassnahme nur kurze Kontakte, und zwar ohne die Eltern des Kindes, empfiehlt, erachtet aber die zeitliche Einschränkung als nicht bezifferbar. Sie unterstützt, dass regelmässige Kinderbetreuung durch gefährdete Personen ein erhöhtes, wenn gleich weiterhin kleines kumulatives Risiko darstellen und noch nicht zu empfehlen ist. Eltern, die das Kind bringen und holen, sollen symptomfrei sein und die Abstandsregel einhalten.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Fortbildungspflicht

Die COVID-19-Krise verunmöglicht 2020 die Durchführung von vielen Kongressen, Fortbildungsveranstaltungen und Kursen. Die meisten Ärztinnen und Ärzte sind im laufenden Jahr nicht in der Lage ihrer Fortbildungspflicht vollständig nachzukommen – auch wenn für das Fortbildungsdiplom jeweils eine 3-jährige Fortbildungsperiode zur Verfügung steht. Die Geschäftsleitung des SIWF hat deshalb nach Konsultation aller Fachgesellschaften entschieden, die für das Jahr 2020 geforderten 50 Credits auf 25 Credits zu halbieren. Sollte sich die Situation bis Mitte Jahr nicht wesentlich verbessern, besteht die Option, in einem zweiten Schritt weitere Massnahmen zu ergreifen. Konkret erhalten alle BenutzerInnen der SIWF-Fortbildungsplattform für das Jahr 2020 automatisch einen Eintrag in ihrem individuellen Fortbildungsprotokoll («Gutschrift COVID-19») im Umfang von 25 Credits. Dieser Eintrag kann wie eine Veranstaltung individuell genutzt werden (z.B. als Kernfortbildung in einem bestimmten Fachgebiet).

(Quelle: SGP Newsletter 2020/11 vom 03.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Impfungen

Das Bundesamt für Gesundheit BAG und die Eidgenössische Kommission für Impffragen EKIF haben am 6. April 2020 die Indikationen für Impftermine weiter präzisiert: Im Besonderen wird festgehalten, dass Basis- und Auffrischimpfungen in jedem Alter, Impfungen in der Schwangerschaft, solche für Kontaktpersonen von Säuglingen unter 6 Monaten, die FSME Impfung sowie Impfungen für Personen mit Risikofaktoren gemäss Impfplan 2020 nicht aufgeschoben werden sollen.
Merkblatt BAG
Überblick über Neuigkeiten und Anpassungen von bestehenden Inhalten der BAG-Webseite "Informationen für Gesundheitsfachpersonen"

(Quelle: SGP Newsletter 2020/12 vom 08.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

In der Schweiz wird aktuell ein erhöhter Bedarf für den Pneumokokken-Konjugatimpfstoff Prevenar13® im Rahmen der Pandemie mit SARS-CoV-2 beobachtet. Dies beruht möglicherweise auf falschen Informationen, dass die Pneumokokkenimpfung einen komplizierten oder schweren Verlauf einer COVID-19 verhindern könnte. Ein solcher Verlauf entwickelt sich nicht aufgrund von bakteriellen Sekundärinfektionen durch Pneumokokken, sondern im Rahmen der durch das Virus SARSCoV-2 verursachten pulmonalen und systemischen Entzündungsreaktionen. Diese Entwicklung kann durch eine Pneumokokkenimpfung NICHT verhindert werden. Die Indikation zur Pneumokokkenimpfung soll daher weiterhin gemäss den Empfehlungen im Schweizerischen Impfplan 2020 gestellt werden. Der Impfstoff Prevenar13® ist lieferbar, aber seine Verfügbarkeit ist begrenzt. Er muss in erster Linie für die Indikationen gemäss Schweizerischem Impfplan zur Verfügung stehen: Erstens für Kleinkinder zur Verhinderung der in dieser Altersgruppe häufigen und gefährlichen invasiven Pneumokokken-Erkrankungen (IPE), und in zweiter Linie für andere Patienten mit erhöhtem IPE-Risiko wegen chronischer Krankheiten.

Lesen Sie dazu die Information des BAG

Die WHO publiziert auf ihrer Internetseite hilfreiche Factsheets mit Antworten auf die Unsicherheiten der Bevölkerung und zur Entkräftigung von Falschinformationen.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/09 vom 27.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Konsultationen

Aus Spitälern und Praxen wird über auffallend wenige Notfallkonsultationen berichtet. Wir sehen mindestens 3 Gründe dafür:

Influenza und RSV sind weitgehend abgeklungen, die Saisons für Parainfluenza und Rotavirus, üblicherweise sehr aktiv im Frühjahr, verlaufen bisher mild.
Der  Kohortierungseffekt von Kindern in Gemeinschaftseinrichtungen fehlt weitgehend, führt zu weniger Virusinfektionen und temporär «gesünderen» Kindern.
Eltern üben Zurückhaltung bei der Beanspruchung von Notfallkonsultationen. Das kann gefährlich sein, besonders bei schweren Krankheiten mit schleichendem Beginn (s. diabetische Ketoazidose im Newsletter vom 27.03.2020)

Es ist deshalb wichtig, dass Kinderärztinnen und Kinderärzte ihren Patienten und Eltern klar kommunizieren, dass sie unverändert jederzeit für sie verfügbar sind.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/10 vom 31.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Ja. Die Empfehlung gilt weiterhin, siehe auch Infovac Newsletter vom 22.03.2020. Die SGP informiert Sie, falls die Behörden Änderungen anordnen.

(Quelle:SGP Newsletter 2020/07 vom 23.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Medikation

Es gibt keine neue klinisch relevante Evidenz, dass der Einsatz von Ibuprofen und anderen NSAR den Verlauf einer COVID-19 Infektion negativ beeinflussen könnte. Die SGP hat über das vergangene Wochenende mit Kinderspitälern und Kinderinfektiologen in der ganzen Schweiz Rücksprache genommen und empfiehlt zusammen wie diesen:
(1) Antipyretika wie immer grundsätzlich zurückhaltend zu verschreiben
(2) als erste Wahl Paracetamol einzusetzen
(3) bei Bedarf Ibuprofen nach den üblichen Kriterien uneingeschränkt einzusetzen (als Analgetikum bzw. anti-inflammatorische Substanz)
Die vorgängige Empfehlung vom 17.03.2020 ist nicht mehr gültig. 

(Quelle:SGP Newsletter 2020/07 vom 23.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Patientensicherheit

Die Bewältigung  der COVID-19-Krise stellt alle Mitarbeitende und Institutionen im Gesundheitswesen vor gänzlich neue Herausforderungen. Der Stiftung Patientensicherheit ist es besonders wichtig, fachliche Informationen zur Patientensicherheit zu teilen, gemeinsam aus den Erfahrungen zu lernen und die Wiederholung von Fehlern zu vermeiden. Daher hat die Stiftung Patientensicherheit beschlossen, die Meldeplattform CIRRNET für alle zu öffnen.
Gesammelt werden Berichte zur Patientensicherheit, die sich im Rahmen des Managements und der Bewältigung der Covid-19-Krise neu ergeben oder verschärft haben: neu aufgetauchte Probleme, Organisations- oder Kommunikationsdefizite, Materialdefizite und -mängel, kritische Ereignisse ohne Patientenschädigungen und klinische Risiken.
Das Meldeportal soll jedoch nicht nur zur Sammlung von Defiziten und Problemen, sondern auch zur Erfassung von wertvollen Hinweisen und guten Tipps zur Bewältigung der Krise dienen.
Wir ermuntern Sie daher, die Plattform zu nutzen. Ziel ist es, eine Plattform zu schaffen, mit der auf nationaler Ebene möglichst viele Informationen zur Bewältigung der Krise gesammelt und an Fachkreise weitergeleitet werden können.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/12 vom 08.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Quarantäne

Nein. Mitarbeitende im Gesundheitssystem arbeiten mit Maske weiter. Bei Auftreten von leichten Symptomen (ohne Fieber) Isolation zu Hause für mindestens 48 Stunden. Danach ist die Wiederaufnahme der Arbeit mit Maske möglich. Siehe weitere wichtige Details in den Empfehlungen von swissnoso. Bitte beachten Sie auch die Empfehlungen des BAG zum Umgang mit erkrankten Personen und Kontakten.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/11 vom 03.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Schule

Nein. Nur direkte Kontaktpersonen einer SARS-CoV-2 positiven Person gehen in Quarantäne.
Informationen BAG

(Quelle: SGP Newsletter 2020/17 vom 12.05.20  mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Nein. Grundsätzlich und nach Rücksprache mit dem BAG sind für Isolation und Quarantäne keine Arztzeugnisse auszustellen. Die Kompetenz liegt allerdings bei den Kantonen, die teilweise ein solches nach 5 Tagen Abwesenheit einfordern in Anlehnung an die Empfehlungen für die Arbeitswelt.
Informationen BAG

(Quelle: SGP Newsletter 2020/17 vom 12.05.20  mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Aus verschiedenen Kantonen und Gemeinden wird gemeldet, dass Kinder mit Grundkrankheiten ab dem 11. Mai 2020 entgegen der Empfehlung des BAG nicht zum Präsenzunterricht zugelassen werden sollen. Entsprechend werden Kinderarztpraxen und Kinderspitäler mit Fragen verunsicherter Eltern überhäuft.

Die SGP hält deshalb mit Verweis auf den Newsletter vom 29. April 2020 noch einmal fest:

•    Es gibt keine gegenüber SARS-CoV-2 besonders gefährdete Kinder und Jugendliche.
•    Die von der SGP konsultierten pädiatrischen Spezialistengesellschaften und -fachgruppen unterstützen diese Aussage.
•    Die für Erwachsene geltenden Risikokategorien sind nicht anwendbar.
•    Alle Kinder und Jugendlichen, die vor COVID-19 die Schule besuchten, dürfen sie auch ab dem 11. Mail 2020 wieder besuchen.
•    Generell schwer infektionsgefährdete Kinder halten die für sie festgelegten Schutzmassnahmen konsequent ein, unabhängig
     von COVID-19.

Es ist wichtig, dass Kinderärztinnen und Kinderärzte, besonders solche, die schulärztliche Aufgaben wahrnehmen, sich aktiv dafür einsetzen, dass Kindern nicht unnötigerweise die Möglichkeit verwehrt bleibt, am Präsenzunterricht teilzunehmen.

FAQ BAG - Kinder und Schulen

(Quelle: SGP Newsletter 2020/16 vom 04.05.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Ja. Basierend auf den Fallzahlen in der Schweiz (6-20 Fälle pro Altersjahr bis ins Alter von 14 Jahren, total 0.6% aller Fälle, Stand 28.04.2020, www.corona-data.ch) und dem gegenwärtigen Stand des Wissens ist es der richtige Entscheid für Kindergarten, Primar- und Sekundarstufe. Kinder werden selten infiziert und infizierte Kinder sind selten Indexpersonen für die Weiterverbreitung des Virus.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Alle Kinder, die vor COVID-19 die Schule besucht haben, dürfen sie ab dem 11. Mai 2020 wieder besuchen. Die bekannten Risikofaktoren für Erwachsene gelten für Kinder nicht. Nach sorgfältiger Durchsicht aller Daten und nach Rücksprache mit verschiedenen pädiatrischen Spezialistengesellschaften gibt es keine Erkrankungen, die spezifisch für schwere Verläufe von COVID-19 prädisponieren. Einzelne Ausnahmefälle von generell schwerst infektionsgefährdeten kritisch-kranken Kindern gibt es. Die Basistherapie und die allgemeine Infektionsprophylaxe sind hier rigoros einzuhalten und bei Bedarf der Dialog mit dem zuständigen Fachspezialisten zu suchen.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/15 vom 29.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Die SGP und die Pädiatrische Infektiologie Gruppe der Schweiz (PIGS) gehören zu den Interessenverbänden, die dem BAG in der Festlegung der Strategie der Schulöffnung beratend zur Seite stehen.
Die SGP setzt sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche unter Einhaltung der notwendigen Schutzmassnahmen so rasch wie möglich und mit möglichst wenigen Restriktionen wieder vom Schulunterricht profitieren können. Die behördlichen Anordnungen sind im Verlauf der Woche vom 27.04.2020 zu erwarten.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/14 vom 24.04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Telemedizin

Hausärztinnen und Hausärzte nehmen in der aktuellen Krise rund um das Coronavirus eine zentrale Rolle ein. Um sie optimal zu unterstützen, sind hilfreiche Tools nötig – und dies in Zeiten, wo noch keine evidenzbasierten Empfehlungen möglich sind. Gemeinsam mit der SGAIM, der FMH und medix haben wir eine Infografik dazu erstellt, wie Hausärztinnen und Hausärzte via Telefon/Video (= Telemedizin) COVID-19 Verdachtsfälle beurteilen können.

Diese basiert auf einer Infografik aus dem British Medical Journey und wurde auf Deutsch, Französisch und Italienisch übersetzt und an den hiesigen Kontext mit dem Einverständnis des BMJ angepasst.

Die Aussagen der Infografik stammen von Daten aus China. Aufgrund der sich rasch ändernden Situation und der unsicheren Datenlage bitten wir Sie: Berücksichtigen Sie unbedingt die offiziellen Richtlinien und Informationen der nationalen und kantonalen Behörden.

(Quelle: mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz Newsletter vom 30. März 2020 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Das Faktenblatt der FMH informiert Ärztinnen und Ärzte über die Möglichkeiten der sicheren telemedizinischen Konsultation im Kontext der COVID-19-Pandemie. Dies umfasst insbesondere die rechtlichen Grundlagen der telemedizinischen Konsultation, die tarifarische Abgeltung sowie eine Risikobewertung der gängigen Informations- und Kommunikationstechnologien.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/09 vom 27.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Testen

Das Ziel ist, möglichst viele COVID-19 Fälle zu erfassen, um das Contact Tracing zu ermöglichen. Das gilt auch für Kinder.  Allen Kindern mit akuten Symptomen, die den Beprobungskriterien entsprechen, ist die Testung mittels PCR zu empfehlen. Bei negativem Testresultat dauert die Isolation bis 24 Stunden nach Abklingen der akuten Symptome, bei fehlender Testung minimal 10 Tage plus 48 Stunden nach Abklingen der Symptome.
Informationen BAG

(Quelle: SGP Newsletter 2020/17 vom 12.05.20  mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Seit 22.04.2020 gelten gemäss BAG neue Kriterien, nach denen Verdachtsfälle mittels Nasenabstrich auf SARS-CoV-2 getestet werden sollen. Sie sind primär für Erwachsene formuliert.
 
In der nun anbrechenden Phase der Pandemie, in der es in der Schweiz darum geht, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 zu kontrollieren (z.B. < 100 Fälle pro Tag), ist es wichtig, möglichst viele Fälle zu finden, zu isolieren und eine Quarantäne für Kontaktpersonen anzuordnen. Deshalb sollen auch Kinder und Jugendliche vermehrt getestet werden. Die neuen klinischen Kriterien lauten:

  • Symptome einer akuten Atemwegserkrankung (z. B. Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit) mit oder ohne Fieber, Fiebergefühl oder Muskelschmerzen und/oder
  • Plötzlich auftretende Anosmie oder Ageusie (Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns)
  • Isolierte Rhinitis gehört gewollt nicht dazu.

Insbesondere sollen folgende Kinder mit Symptomen, welche den genannten Kriterien des BAG entsprechen, getestet werden:

  • Kinder, die eine Schule oder Betreuungseinrichtung besuchen
  • Kinder, deren Eltern/Haushaltmitglieder einen Risikofaktor für COVID-19 aufweisen
  • Kinder mit einer chronischen Krankheit
  • Kinder, die in einer stationären Institution leben
  • Kinder mit individueller, durch die Kinderärztin festgelegten Testindikation

WICHTIG

  •  Asymptomatische Personen sollen nicht getestet werden.
  •  Die Arzt-Meldung eines positiven Resultats an den Kantonsarzt ist bei ambulanten Patienten gegenwärtig nicht nötig (stationäre Institution, s. Text). Es ist aber möglich, dass diese Meldepflicht in einer kommenden Phase wieder notwendig wird.

Die Beprobung kann in der Praxis durch Praxispersonal (chirurgische Maske, Schutzbrille, Handschuhe, Überschürze) oder in einem nahegelegenen COVID-19 Testzentrum durchgeführt werden

(Quelle: SGP Newsletter 2020/14 vom 24. 04.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Triage

Nein! Selektionieren Sie so, wie Sie es üblicherweise praktizieren, damit die sichere Versorgung Ihrer Patienten garantiert ist. Im Einzelfall lässt sich COVID-19 klinisch nicht von anderen viralen Atemwegsinfektionen unterscheiden (s. z.B. Gong Y, Pediatrics, 2020) und Ko-Infektion mit anderen Erregern sind möglich. Die Influenzasaison ist zwar am Abklingen, aber RSV zirkuliert weiterhin, ebenso z.B. Parainfuenza oder hMPV als häufige Verursacher von hospitalisationsbedürftigen obstruktiven Bronchitiden/Bronchiolitiden.
Die Kinderspitäler der Schweiz verfügen gegenwärtig über genügend Ressourcen für alle Notfallhospitalisationen.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/06 vom 20.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.) 

Es ist wichtig, dass trotz COVID-19 alle pädiatrischen Notfallpatienten korrekt triagiert werden, damit nicht «Kollateralmorbidität/-mortalität» entsteht. Die SGP empfiehlt, dass nach den üblichen Telefonkriterien, die in der jeweiligen Praxis zur Anwendung kommen, triagiert wird. Kinder mit respiratorischen Erkrankungen können sich rasch verschlechtern, ungeachtet des auslösenden Erregers. Es ist sicher zu stellen, dass die bedarfsgerechte persönliche Beurteilung von Notfallpatienten durch die Kinderärztin/den Kinderarzt weiterhin funktioniert.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/06 vom 20.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

 

Fragen und Antworten für Haus- und Kinderärztinnen und -ärzte
(inklusive Fragen rund um die Rolle als Unternehmer und Arbeitgeber)

Merkblatt von mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz vom 19. März 2020 (mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung)

 

Antworten auf häufige Fragen von Eltern (19. März 2020)

Wir danken pädiatrie schweiz/SGP dass wir praxisrelevante Fragen und Antworten mit unseren Mitgliedern teilen dürfen. Bitte beachten Sie, dass die nachstehenden Antworten am Datum ihrer Beantwortung gültig sind und eventuell seither geändert haben. Diese Informationen sollen als Entscheidungshilfe und Diskussionsgrundlage gelten; sie sind nicht abschliessend. In konkreten Fällen bitten wir Sie, sich mit dem kantonsärztlichen Dienst Ihrer Region für verbindliche Entscheide in Verbindung zu setzen.

Das neue Coronavirus wird über die Atemwege (Tröpfchen, Kontakt) übertragen und auch über den Darm ausgeschieden (Kontakt). Das Virus überlebt > 6 Stunden auf Oberflächen wie Plastik und Stahl. Kinder und Erwachsene scheiden das Virus über die Atemwege während ca. 1-2 Wochen aus, im Darm bis zu 4 Wochen. Es ist nicht bekannt, inwiefern der Nachweis von Virus RNA im Stuhl mit Kontagiosität korreliert. Kinder werden zu über 80% im häuslichen Umfeld infiziert werden, d.h. durch Erwachsene und Geschwister. Die Kinderpopulation ist gemäss aktuellem Wissensstand nicht für die rasante Ausbreitung von COVID-19 verantwortlich.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Kinder und Jugendliche jeden Alters erkranken an Fieber (häufig ca. 3 Tage), Husten und Pharyngitis. Milde Diarrhoe ist häufig. Schnupfen oder Wheezing sind eher selten. In schweren Fällen kann eine Pneumonie vorliegen, die spontan abklingt. Von 171 am 18.03.2020 detailliert beschriebenen Kinder mussten 3 (1.8%) mechanisch beatmet werden, es kam zu 1 Todesfall bei massiver Komorbidität (Sepsis bei Invagination). Insgesamt sind bisher 2 Todesfälle gemeldet worden. Aktualisierte detaillierte Zusammenfassungen finden sich u.a. im Steckbrief COVID-19 des Inselspitals Bern.
 

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Kinder scheiden etwa gleich viel Virus für gleich lange Zeit über die Atemwege und über den Darm aus wie Erwachsene. Kleinkinder sind wegen Verhalten und Inkontinenz potentiell kontagiöser als Erwachsene, infolge ihres geringen Bewegungsradius entsprechend weniger. Unter dem Strich dürften alle Infizierten ungeachtet ihres Alters für die Umgebung etwa «gleich gefährlich»  sein.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.) 

Die Verordnungen des BAG und der Kantone sind einzuhalten. Spielen in Kleingruppen mit ≤ 5 Kindern ist erlaubt (Stand 19.03.2020). Begleitpersonen müssen unter sich Abstand halten. Für gesunde Kinder ohne chronische Krankheit geht davon keine besondere Gefahr aus. Das gleiche gilt für gesunde Begleitpersonen. Kinder mit einer chronischen Krankheit sollen – wie es für Erwachsene gilt – zum Selbstschutz davon abgehalten werden. 

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Es gelten die behördlichen Verordnungen, insbesondere die diesbezüglichen Präzisierungen von Daniel Koch, Leiter übertragbare Krankheiten, BAG, in der SRF Rundschau vom 18.03.2002 (die Spielplätze bleiben offen). Es nicht davon auszugehen, dass eine weitere Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf Spielplätzen die Kontrolle von COVID-19 in der Schweiz verbessert.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Geburtstagsessen sind gemäss BAG weiterhin erlaubt, sollten aber auf ein Minimum an Teilnehmern beschränkt werden (z.B. nur beste Freundin/bester Freund des Kindes, maximal total 5 Personen am Event). 

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Nein. Keinen Spielraum gibt es für Grosseltern, die zu einer der Risikogruppen gehören (Alter über 65 Jahre oder chronische Krankheit der Atemwege, Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes mellitus, Immunsuppression, Krebs). In Italien sterben fast nur alte Menschen an COVID-19. Die Schweiz hat praktisch die gleiche Altersdemographie wie Italien, es besteht die gleiche Gefahr. Die Grosseltern sind unter allen Umständen zu schützen.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Gestützt auf die Empfehlungen des Bundes empfiehlt der Verein Kinderbetreuung Schweiz, solange vom Kanton nicht anders verordnet, Kindertagesstätten, Tagesfamilienbetreuung und private schulergänzende Tagesstrukturen grundsätzlich nicht zu schliessen. Der Verein informiert auf seiner Internetseite zum Umgang mit dem Coronavirus in Betreuungsinstitutionen.
 
Für die Ärzteschaft gilt es tagtäglich und individuell zu entscheiden, welchen Kindern vom Besuch der Kita abgeraten werden soll. Dabei sind die neuesten Erkenntnisse einzubeziehen. Die SGP kann gegenwärtig keine allgemeingültigen Empfehlungen abgeben, aber folgende Anhaltspunkte für die Entscheidungsfindung:

Kinder mit einer schweren Grundkrankheit sind bei akuten Infektionen jeglicher Art besonders gefährdet. Das gilt auch für COVID-19, obwohl bisher kaum schwere Verläufe gemeldet wurden. Dazu gehören Kinder

  •  mit schwerer Immundefizienz bzw. Immunsuppression
  •  mit Chemotherapie für eine maligne Neoplasie
  •  mit chronischer schwerer Lungenerkrankung (z.B. Heim-O2 Bedarf; frühere Hospitalisation wegen infektgetriggerter Exazerbation)
  • schweres Herzvitium (z.B. zyanotische Vitien, pulmonal-arterielle Hypertension).
  • u.a.

 Die SGP empfiehlt, bei Unsicherheiten den Rat des jeweiligen mitbetreuenden Spezialisten einzuholen und eine gemeinsame Empfehlung abzugeben.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

Gemäss BAG sollen Personen > 65 Jahre und solche mit arterieller Hypertension, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen, Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen oder Krebs besonders geschützt werden. Der Schutz kann optimiert werden, wenn ihre Haushaltmitglieder nicht erkranken. Sie sollen zu Hause sein, was in der Regel ermöglicht, dass sie ihr Kind zu Hause betreuen und nicht in die Kita schicken.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/05 vom 19.03.20 mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)

 

Studien/Stellungnahmen

Inselspital Bern Kinderklinik: Steckbrief COVID-19 - Clinical characteristics in children and adolescents (3. Juni 2020)
Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB): "COVID-19 Pediatric Update" (Literaturzusammenstellung, wird fortlaufend aktualisiert)
Kinder und Jugendliche in der COVID-19 Pandemie: Eine Stellungnahme der deutschen pädiatrischen Gesellschaften (21. Mai 2020)
Epidemiology of COVID-19 Among Children in China, Pediatrics (June 2020)
COVID-19 less severe in children than adults: study", American Academy of Pediatrics (16. März 2020)

Neues Forschungs- und Überwachungsprojekt zu COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen (12. Mai 2020)
Die Swiss Paediatric Surveillance Unit (SPSU) startet Mitte Mai eine neue Studie zum Thema SARS-CoV-2 Infektionen unter der Leitung von PD Dr. med. Nicole Ritz (Universitätskinderspital Basel) und Dr. med. Dr. phil. Petra Zimmermann (Kantonsspital Freiburg).  Die Studie wird systematisch Daten von Kindern mit COVID-19 sammeln, welche ambulant oder stationär in den 29 Zentren der SPSU betreut werden. Epidemiologie, Krankheitsspektrum, Risikofaktoren und Komplikationen, wie auch das inflammatorische Syndrom, werden darin erfasst. Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie hat zu diesem Zweck einen Sonderbeitrag an die SPSU gesprochen, zusätzlich zum ordentlichen Jahresbeitrag.

(Quelle: SGP Newsletter 2020/17 vom 12.05.20  mit freundlicher Reproduktionsgenehmigung.)